"RINDERWAHN"

Datum 16.07.2007 02:18:12 | Thema: Artikel

von Reptomaniac

Stierkampf ole! F├╝r seine Anh├Ąnger ein unverzichtbarer Bestandteil der spanischen Kultur, eine letzte Bastion, wo sich ein Mann noch als Mann erweisen, Heldenmut, Geschicklichkeit und Eleganz zeigen kann.
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Man spricht daher auch nicht von Stierkampf, sondern von Stierkunst - f├╝r seine Gegner die Schande Europas, eine ritualisierte Tierqu├Ąlerei und Abschlachten eines Tieres, um ein geiferndes Publikum zu unterhalten.

Wie man es auch sehen mag, die allerwenigsten wissen, dass die Urspr├╝nge dieses Spektakels in grauer Vorzeit liegen und uns wieder einmal in die Bereiche der Mythologie f├╝hren, denn...



Am Anfang war die Kuh

Noch waren die G├Âtter nicht geboren, die Erschaffung des Menschengeschlechts lag in weiter Zukunft. Im Norden lag Nifelheim, das Reich des Nebels und der K├Ąlte, im S├╝den Muspelheim, das Reich des Feuers und der Glut, dazwischen Ginnungagap, der bodenlose Abgrund.

Aus der unendlichen Tiefe von Hwergelmir, dem Brunnen in Nifelheim brachen zw├Âlf gewaltige Str├Âme hervor, deren Wassermassen in den unerme├člichen Abgrund st├╝rzten und dort zu Eis erstarrten.



_MSC_ORIGINAL_IMAGEAllm├Ąhlich f├╝llte sich im Lauf der ├äonen ein Teil Ginnungagaps mit Eis, immer mehr Eisschichten t├╝rmten sich aufeinander. Aus Muspelheim spr├╝hten die Funken und die feurige Glut in den Abgrund und trafen dort auf die Eisbrocken, es begann zu brodeln und zu g├Ąren und es entstanden zwei Lebewesen - Ymir, der Reifriese und die Kuh Audhumbla, die Schatzreiche.

Vier Str├Âme von Milch ergossen sich aus ihrem Euter und n├Ąhrten Ymir, der dadurch ungeheure Kraft gewann. Ymir gebar aus dem Schweiss seiner Achseln einen Sohn und eine Tochter, die Stammeltern des Geschlechts der Frostriesen.

Die Kuh Audhumbla leckte an den salzigen Eisbl├Âcken und nach drei Tagen erschien aus dem Eis ein Mann, Buri, der aus sich selbst einen Sohn namens B├Âr schuf . Der nahm die Riesentochter Bestla (die Beste) zur Frau und sie hatten drei S├Âhne - Odin, H├Ânir und Loki. Die S├Âhne B├Ârs erschlugen den Riesen Ymir und aus dessen Wunden str├Âmten so gewaltige Mengen von Blut, dass s├Ąmtliche Riesen bis auf Bergelmir und dessen Frau (die Stammeltern aller sp├Ąteren Riesen) darin ertranken. Der K├Ârper Ymirs wurde in den g├Ąhnenden Abgrund geworfen und aus seinem Leib die Erde erschaffen.

Soweit die germanische Mythologie ├╝ber den Anfang der Welt. Die Bedeutung, welche die antiken V├Âlker dem Rind zuma├čen, zeigt sich aber nicht nur in solch alten ├ťberlieferungen, sondern hat sich bis auf den heutigen Tag in unserer Schrift niedergeschlagen.

Wer wei├č heute noch, dass der erste Buchstabe unseres Alphabets, das "A" ,ebenso wie das griechische "Alpha", auf den ph├Ânizischen Buchstaben "alef" , der urspr├╝nglich einen Stierkopf darstellte, zur├╝ckgeht? Stellen wir den Buchstaben auf den Kopf, erkennen wir leicht das Rinderhaupt mit seinen zwei H├Ârnern.

Unsere jetzige Schrift entwickelte sich bekanntlich aus Bildsymbolen, aus Symbolen, die das ausdr├╝ckten, was f├╝r die Menschen lange vor unserer Zeit von Bedeutung war. Der Besitz von Vieh, besonders von Rindern, bedeutete Reichtum und Ansehen. Wen wundert es also, dass das Symbol f├╝r das Rind in vielen Schriften an allererster Stelle kommt? Nicht nur im lateinischen oder griechischen Alphabet begegnen wir ihm, der erste Buchstabe im Hebr├Ąischen lautet "Aleph", was ├╝bersetzt "Ochse" bedeutet und in der germanischen Runenschrift "Futhark" (so genannt nach den ersten Runen F U T H A R K) heisst das Anfangssymbol "Fehu" (= Vieh) und zeigt stark abstrahiert ebenfalls ein Tier (das Rind) mit zwei H├Ârnern.


Stierg├Âtter

Der Ursprung der Rinderverehrung geht wohl auf eine Zeit zur├╝ck, die noch vor der Geschichstschreibung liegt (Pr├Ąhistorie) und von der man sich nur anhand weniger arch├Ąologischer Funde ein Bild machen kann. Die Schrift war noch lange nicht erfunden, Mythen wurden m├╝ndlich von Generation zu Generation weitergegeben. Seltsame Wesenheiten bev├Âlkerten dann die Welt der Antike.

Auf alten babylonischen und sumerischen Rollsiegeln finden wir schlie├člich Abbildungen von ├╝bernat├╝rlichen, g├Âttlichen Gesch├Âpfen, halb Mensch, halb Rind, Kreaturen mit einem menschlichen K├Ârper und dem Kopf eines Stieres. Zu den damaligen Zeiten war der Unterschied zwischen G├Âttern, Tieren und Menschen noch nicht so eindeutig. Es gab g├Âttliche Tiere, Tiermenschen, G├Âtter mit Tierk├Âpfen. Im alten ├ägypten hatte beipielsweise Hathor, die G├Âttin der Liebe, ein Kuhhaupt.

Isis, deren Kult und Mysterien sich ├╝ber die ganze damals bekannte Welt verbreiteten, wurde oft mit Rinderh├Ârnern auf ihrem Haupt dargestellt. Die Darstellung der stillenden Isis mit ihrem Sohn Horus ist eine der h├Ąufigsten Motive in der ├Ągyptischen Kunst der sp├Ąteren Perioden. Die Kuh als Sinnbild der N├Ąhrmutter scheint auch hier ein Relikt aus der Pr├Ąhistorie zu sein. [Das Motiv von Mutter und Kind scheint sich zu wiederholen, spielt auch im Christentum eine gro├če Rolle, denn auch die Darstellung der Madonna erinnert an die vielen Statuen der stillenden G├Âttermutter Isis].

Es gab weitere Stierg├Âtter, die von den ├ägyptern verehrt wurden. Der erste war Mnevis (oder Nemur), der in Heliopolis als der lebende Sonnengott angebetet wurde. Er wurde auch Kamephis genannt, der Inbegriff der Seele und der Sch├Âpferkraft der G├Âtter.

Apis (Hapi), der wohl ber├╝hmteste Stiergott, war eine Erscheinungsform des Nilgottes, dessen Kult angeblich von dem ersten Pharao der 2. Dynastie, Menes begr├╝ndet wurde, in Wirklichkeit aber weit in pr├Ądynastische Zeiten zur├╝ckreicht. In sp├Ąteren Zeiten galt Apis als der Sohn des Osiris, des Gemahls der Isis, und verschmolz mit ihm zusammen zu dem Gott Serapis. Der Apis-Stier wurde, wie man glaubte, von einer Kuh geboren, die durch einen g├Âttlichen Lichtstrahl befruchtet wurde.

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet, dass das g├Âttliche Kalb neunundzwanzig bestimmte Merkmale aufweisen musste. Ein Priester wurde eigens daf├╝r ausgeschickt, im ganzen Land nach dem Stierkalb zu suchen. Der Stier musste schwarz sein und u.a. einen dreieckigen (nach Herodot quadratischen) wei├čen Fleck auf der Stirn, sowie die Zeichnung eines Adlers auf dem R├╝cken und die eines Skarab├Ąus auf der Zunge aufweisen. Herodot berichtet weiter, dass ganz ├ägypten jubelte und Feste feierte, sobald der neue Apis-Stier gefunden war.

Den alten Stier dagegen erwartete ein anderes Schicksal. Er wurde zeremoniell im Nil ertr├Ąnkt, sein Fleisch wahrscheinlich verzehrt, auf jeden Fall wurden Haut, Knochen und andere K├Ârperteile mumifiziert und mit k├Âniglichen Riten in Sakkara bestattet. Die Grabkammer, das Serapeum, war ein unterirdischer Tempel, dessen Bau von der 18. Dynastie begonnen wurde. In diesem Tempel waren sechzig Stiere bestattet, deren Leben sorgf├Ąltig aufgezeichnet waren. Sechzig Tage lang wurde dann um den toten Stier getrauert. Der neue lebende Apis-Stier wurde in einem Hof des Heilgtums des Gottes Ptah in Memphis gehalten.


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Ein dritter ber├╝hmter Stier war Buchis, eine Inkarnation von Month, dem Stadtgott von Hermonthis. Buchis war bekannt f├╝r seine St├Ąrke und Kampfeslust. Sein Fell war schwarz und auf seinem R├╝cken war die Zeichnung eines Geiers zu sehen. Buchis war eine ziemlich neue Gottheit, denn das erste Mal wurde er unter Nektanebos II. aus der 30. Dynastie erw├Ąhnt.

Weitere Stiergottheiten waren der Stier des Min, der Goldene Stier von Kanopus bei Alexandria und der Stier der Maat. Es gab auch heilige K├╝he, die den G├Âttinnen Isis, Hathor und Nut zugeordnet waren, bzw. mit ihnen identifiziert wurden.

├ťberhaupt nahmen ja die alten Gottheiten sehr gerne tierische Gestalt an, wandlungsf├Ąhig wie diese Wesen nun einmal sind (Preisfrage: in welche Gesch├Âpfe verwandeln sie sich wohl in unseren Tagen?). Besonders der griechische G├Âttervater Zeus war ein Meister in dieser Disziplin, um so sterblichen Frauen nachzustellen und vor seiner eifers├╝chtigen Frau Hera (die Kuh├Ąugige!) sicher zu sein. Und w├Ąre er nicht einmal auf die Idee gekommen, einen Stier zu spielen, wer wei├č, vielleicht g├Ąb┬┤s uns dann gar nicht. Die Geschichte kurz erz├Ąhlt:

Einst lebte in dem Land Tyrus und Sidon eine Prinzessin, die dem Zeus au├čerordentlich gut gefiel. Also verwandelte er sich in einen wei├čen Stier, stolzierte vor ihr herum und lie├č sich kraulen und streicheln. Und schon sa├č das M├Ądel auf seinem R├╝cken.

Jetzt hatte Zeus sie da, wo er sie haben wollte und rannte mit ihr davon, ├╝ber Stock und Stein durch das ganze Land, bis er an die K├╝ste kam, dann st├╝rzte er sich mit ihr in die Fluten und durchschwamm das Meer, bis die beiden im Norden auf einen noch unentdeckten Kontinent stie├čen. Dort angekommen, lie├č der Stier seine Beute vom R├╝cken gleiten und verschwand.

Kurze Zeit sp├Ąter erschien Zeus wieder - diesmal in menschlicher Gestalt - behauptete, der Herrscher von Kreta zu sein und machte ihr einen Antrag. Der Prinzessin blieb, allein in einem unbekannten Land, nichts anderes ├╝brig, als einzuwilligen und der Gott war am Ziel seiner W├╝nsche. Sie war davon ├╝berhaupt nicht begeistert, im Harem irgendeines barbarischen F├╝rsten zu landen und ├╝berlegte noch, ob sie entweder dem Stier, der sie hierhergebracht hatte, die H├Ârner brechen oder ihrem Leben ein Ende setzten sollte.

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Zu ihrem Gl├╝ck aber erschien ihr die G├Âttin Aphrodite und erkl├Ąrte ihr, dass sie von nun an die sterbliche Gattin des G├Âttervaters Zeus sei und ihr Name unsterblich w├╝rde, denn der neue Kontinent sollte von nun an ihren Namen tragen: Europa.


Tiermenschen

Der geschlechtliche Kontakt zu Tieren war schon immer ein Ph├Ąnomen bei allen V├Âlkern. Doch w├Ąhrend er in unserer Zeit nur mehr ein Ausdruck einer gest├Ârten Sexualit├Ąt ist (in Verbindung mit manchen Mutilations an Stuten und seltener an K├╝hen, bei denen die Genitalien der Tiere verletzt werden, kommt au├čerdem noch eine extrem sadistische Komponente hinzu), hatte er in antiken Zeiten dar├╝ber hinaus noch eine religi├Âse Bedeutung.

Wir erinnern uns, es war nichts Au├čergew├Âhnliches, dass die G├Âtter sich den Menschen in Tiergestalt zeigten, dass bestimmte Tiere (..gerade das alte ├ägypten. in dem es vor Tierg├Âttern bzw. g├Âttlichen Tieren nur so wimmelte, ist daf├╝r ein gutes Beispiel) als Inkarnation der Gottheit verehrt wurden.

Und es war f├╝r den Gl├Ąubigen der innigste Wunsch, eins mit dem G├Âttlichen zu werden, in der heiligen Ekstase die Einheit, die "Unio Msystica", zu erleben. Daher war es nur konsequent, den sexuellen Kontakt zu diesen heiligen Tieren, die ja in Wirklichkeit G├Âtter waren, zu suchen und den Geschlechtsverkehr mit ihnen als eine Form des religi├Âsen Ritus auszu├╝ben.

Nat├╝rlich gab es auch daneben eine v├Âllig profane Variante, bei dem solche Praktiken einzig und allein der Befriedigung einer merkw├╝rdigen, gest├Ârten Sexualit├Ąt dienten. R├Âmische Schriftsteller berichten z.B. von Orgien, an denen auch Tiere anwesend waren und die Teilnehmer sich vor aller Augen mit diesen "vermischten".

Solche Beziehungen blieben, so wir den alten Mythologien Glauben schenken k├Ânnen, nicht selten ohne Folgen. Das in unserem Kulturkreis wohl bekannteste Beispiel ist der Minotaurus, ein Gesch├Âpf mit dem K├Ârper eines Mannes und dem Kopf eines Stieres, dass in einem Labyrinth auf der Insel Kreta hauste. Der K├Ânig Minos von Kreta war ein Sohn des Zeus und der Europa.

Auf seine Bitten hin schickte ihm der Meeresgott Poseidon einen Stier, den Minos zu opfern versprach, aber er erf├╝llte sein Versprechen nicht, sondern schlug das Tier seiner eigenen Herde zu. Als Strafe daf├╝r weckte der Gott in Pasiphae, der Frau des K├Ânigs, das Verlangen, mit dem Stier sexuell zu verkehren.

Die Folge war, das Pasiphae ein Ungeheuer, halb Mensch, halb Stier, gebar. Minos hielt das Wesen in einem von Daidalos erbauten Labyrinth gefangen und lie├č es mit Menschenopfern f├╝ttern.

Die Athener waren von Minos bei einem Feldzug besiegt worden und mussten jedes Jahr sieben M├Ądchen und sieben Knaben nach Kreta als Opfer f├╝r den Minotaurus senden, bis es dem griechischen Helden Theseus gelang, in das Labyrinth einzudringen, den Unhold zu t├Âten und wieder heil den Ausgang mit Hilfe eines Wollkn├Ąuels, das er st├Ąndig w├Ąhrend seines Weges abgespult hatte, zu erreichen.

Dieses Kn├Ąuel stellte ihm Ariadne, die Tochter des K├Ânigs, auf Rat des Daidalos zur Verf├╝gung - der ber├╝hmte Ariadnefaden. Minos lie├č nun den Daidolos in das Labyrinth sperren, dieser entkam jedoch sp├Ąter mittels selbstgebauter k├╝nstlicher Fl├╝gel (siehe dazu auch die Sage von Daidalos und Ikaros) nach Sizilien, dessen K├Ânig sich weigerte, ihn wieder an Minos auszuliefern.

_MSC_ORIGINAL_IMAGEDie in der Bibel erw├Ąhnten Cherubim- aus akkadischen g├Âttlichen Mischwesen hervorgegangen - , nach den Seraphim die zweith├Âchste Engelklasse, waren laut dem Propheten Hesekiel Gesch├Âpfe mit einem menschlichen K├Ârper und Tierk├Âpfen.

Hesekiel beschreibt sie als Kreaturen mit vier Fl├╝geln, die jeweils vier Gesichter haben - eines wie ein Mensch, eines wie ein Adler, eines wie ein L├Âwe und eines wie ein Stier. Der Stier wurde dann ├╝brigens zum Symbol f├╝r den Evangelisten Lukas. Dieses Symbol entstammt urspr├╝nglich, so wie die anderen, dem babylonischen Mythos.

Der Gott Marduk wurde als Stier mit Fl├╝geln dargestellt. Ein solches Stierwesen beschreibt auch der Evangelist Johannes in seiner Offenbarung. "Vor dem Thron (Anm. gemeint ist der Thron Gottes) ist es wie ein gl├Ąsernes Meer, und in der Mitte vor dem Thron und rings um den Thron sind vier Wesen, voller Augen vorne und hinten. Das erste Wesen ist gleich einem L├Âwen, das zweite Wesen gleich einem Stier, das dritte Wesen hat ein Gesicht wie das eines Menschen und das vierte Wesen ist gleich einem fliegenden Adler."



Geopferte Gottheiten - Tierverst├╝mmelungen

Es ist ein schizophrenes Verh├Ąltnis, dass der Mensch zum Rind unterh├Ąlt. Einerseits wurden Stiere als Symbol der Macht, der St├Ąrke und Potenz - und K├╝he, die Sanftmut, G├╝te und M├╝tterlichkeit verk├Ârperten, als G├Âtter oder deren Inkarnationen verehrt, andererseits wurden sie massenweise (sicher auch als ein Ersatz f├╝r die weniger werdenden Menschenopfer - Rinder geh├Ârten ja damals zum wertvollsten Besitz) den G├Âttern zur Befriedigung ihres Durstes nach Blut zum Opfer dargebracht.

Ich habe oben den Apis-Stier erw├Ąhnt, der einerseits als Verk├Ârperung eines Gottes angesehen wurde, andererseits aber den G├Âttern geopfert wurde, sobald ein neues Stierkalb gefunden wurde. Ein Gott der selber als Opfer f├╝r die G├Âtter dient, eine seltsame Vorstellung, so wie ja auch Jesus - selber Gott als Teil der Dreieinigkeit - sich selbst am Kreuz als Opfer darbringt.

_MSC_ORIGINAL_IMAGEAuf jeden Fall waren Rinder zu allen Zeiten eine ├Ąu├čerst beliebte Gabe an die blutgierigen G├Âtter, um sie gn├Ądig zu stimmen und bei Laune zu halten.

Aber auch als Dank f├╝r erwiesene Wohltaten schlachtete man die Tiere hekatombenweise ab (der Begriff stammt aus dem Griechischen, wo er ein Opfer von 100 Rindern bedeutete). Daneben war das Darbringen von Tieren, wie schon erw├Ąhnt, als Ersatz f├╝r (die f├╝r die G├Âtter/D├Ąmonen wertvolleren) Menschenopfer gedacht.

In der heutigen Zeit gibt es, wenigstens in unseren Breiten, kaum mehr Tier- oder Menschenopfer. Das hindert die Wesen, die wir als Aliens - oder D├Ąmonen? kennen. keineswegs daran, ihren uners├Ąttlichen Blutdurst zu stillen und sich das zu holen, was sie wollen.

Die Animal-Mutilations, die anscheinend vor allem Rinder betreffen (auch andere Tierartenwerden weltweit verst├╝mmelt, aber die Rinder sind nun mal die am bekanntesten: "Cattle Mutilations") und bei denen die Tierkadaver vollkommen blutleer aufgefunden werden, sind ein beredtes Beispiel f├╝r das unheimliche Wirken jener vampirischen Wesenheiten.

Weitaus wichtiger und "emotionsangereicherter" jedoch ist wohl das menschliche Blut. So rechtfertigt sich die Annahme, dass die ├╝bersinnlichen Wesen sich den modernen "Abductees" als Au├čerirdische pr├Ąsentieren, ihnen medizinisch-genetische Experimente vorgaukeln, in Wirklichkeit aber ihren Opfern Lebensenergie und Blut aussaugen, vermutlich u.a. durch feine, kaum bemerkte Nadelstiche unter den Fingern├Ągel, wo sie dann aus den Wunden das Blut saugen und als Ergebnis ihrer Manipulationen jene seltsamen schwarzen Striche unter den Fingern├Ągeln, die bei manchen Abductees zu finden sind und wahrscheinlich aus geronnenem Blut bestehen, hinterlassen...

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..neben blauen Marken, die an Knutschflecke erinnern, Stellen, an denen wahrscheinlich auch von den Alben/Lamien/Vampiren n├Ąchtlich Blut entnommen wurde.


Kampf und Spiel

"Tor├ęador en garde
Tor├ęador, tor├ęador !"


Aus der Oper "Carmen" von George Bizet nach einer Novelle von Prosper M├Ęrim├Ęe.

Kampfspiele, bei denen sich Mensch und Stier gegen├╝berstanden, so wie der anfangs erw├Ąhnte spanische Stierkampf, der u.a. in der oben erw├Ąhnten Oper musikalisch verarbeitet wurde und auch ein Motiv in den Werken des stierkampfbegeisterten Nobelpreistr├Ągers Ernest Hemingway war, sind ein uraltes Spektakel, das schon in der Antike bekannt war. Der Ursprung liegt h├Âchstwahrscheinlich auf Kreta, allerdings handelte es sich damals noch um eine unblutige Angelegenheit, bei der die Tiere nicht get├Âtet wurden.

An den W├Ąnden des Palastes von Knossos finden wir Darstellungen der sogenannten minoischen Stierspiele - wahrscheinlich stehen sie im Zusammenhang mit der Sage vom Minotaurus - , bei denen junge M├Ąnner als Zeichen ihres Mutes in der Arena auf die Stiere zuliefen, die H├Ârner ergriffen und mit einem Salto ├╝ber den R├╝cken des Tieres sprangen. Was den Minotaurus betrifft, so wurden seltsamerweise in Knossos vor einiger Zeit Beweise f├╝r Menschenopfer gefunden.

Geschichtlich markiert der oben erw├Ąhnte Sieg des Theseus ├╝ber den Minotaurus das Ende einer matriarchalen Kultur, in der der Stiergott zu den obersten G├Âttern geh├Ârte, sp├Ąter aber dann d├Ąmonisiert wurde. Die minoische Kultur wurde auch von der zeitgleichen ├Ągyptischen, die ja auch manche Stierg├Âtter bzw. Kuhg├Âttinnen kannte, beeinflusst.

Diese anf├Ąnglich unblutigen, kultischen Spiele wandelten sich dann aber im Laufe der Zeit zu blutigen Spektakeln, bei denen die Stiere als Volksbelustigung get├Âtet wurden. Einen traurigen H├Âhepunkt erreichten diese seltsamen Lustbarkeiten in den Zeiten des r├Âmischen Imperiums, wo unter dem Motto "panem et circences" (Brot und Spiele) der Plebs (Volk, P├Âbel) mit Tierhatzen, K├Ąmpfe zwischen verschiedenen Tierarten, K├Ąmpfe Mensch gegen Tier und K├Ąmpfe zwischen Menschen unterhalten wurden.

Im Laufe der Expansion des r├Âmischen Imperiums brachten dann die Legion├Ąre ihre Sitten und Gebr├Ąuche - darunter auch den Stierkampf - mit in andere L├Ąnder, darunter auch in das damalige Hispania, das jetzige Spanien, wo sich der Stierkampf in seiner blutigen Form bis in unsere Zeit erhalten hat.

Neben Spanien finden Stierk├Ąmpfe auch in Portugal, Frankreich, in ehemaligen spanischen Kolonien und in spanisch beinflussten Teilen von S├╝damerika statt. In Frankreich (in der Provence, im Languedoc und in der Gegend um Bordeaux) gibt es auch unblutige Stier- oder Kuhrennen, bei denen die Tiere am Leben bleiben. Eine ganz eigene Abart finden wir in den Kuhk├Ąmpfen im schweizerischen Wallis, wo eigens gez├╝chtete "Kampfk├╝he" im Wettstreit gegeneinander antreten und ihre Kr├Ąfte messen.


Die Mutter Indiens

Eine ganz eigene, besondere Rolle spielt die Kuh in der Tradition und Kultur Indiens. Ist sie doch ein Symbol f├╝r die Gro├če G├Âttin, die Allern├Ąhrerin, und spiegelt deren G├╝te, Sanftm├╝tigkeit und m├╝tterliche F├╝rsorge wieder, daher wird die Kuh konsequenterweise als heilig angesehen und verehrt. Eine Kuh zu t├Âten gilt daher als ein schweres Verbrechen und kein Hindu w├╝rde jemals auf die Idee kommen, ein St├╝ck Rindfleisch zu verzehren - ausgenommen die Anh├Ąngern des Tantrismus, wo w├Ąhrend des Rituals als ein bewusster Tabubruch u.a. auch Rindfleisch zu sich genommen wird.

K├╝he spazieren v├Âllig unbehelligt durch die Strassen, keinem w├╝rde es einfallen, sie zu st├Âren oder zu vertreiben. Besonders fromme Hindus begleiten sie und sammeln die von den Tieren hinterlassenen Exkremente auf, manche waschen ihren K├Ârper sogar mit dem Urin der K├╝he, da es sich ja nach ihrem Glauben um die heiligen Ausscheidungen der G├Âttin selber handelt.

Der Begriff "Heilige K├╝he schlachten" bedeutet denn auch soviel wie Tabus zu brechen und alte Traditionen und Vorstellungen ├╝ber Bord zu werfen.


Zwiespalt

Wir haben gesehen, dass kaum ein anderes Tier wie das Rind so zwiesp├Ąltig angesehen wurde, bzw. noch immer wird. Zum einen wurde es selbst als Gott oder G├Âttin verehrt, war als Stier Symbol f├╝r Mut, St├Ąrke und Potenz, als Kuh Symbol f├╝r Z├Ąrtlichkeit und F├╝rsorge, zum anderen wurde es immer schon als Opfer f├╝r die G├Âtter, die stets nach Blut d├╝rsteten, dargeboten.

V├Âllig vergessen sind diese mythologischen Hintergr├╝nde aber in unserer so modernen und fortschrittlichen Zeit, wo Rinder nur noch als Nahrungslieferanten f├╝r uns dienen und massenweise dahingeschlachtet werden, damit wir unsere Steaks und Hamburger in uns hineinstopfen k├Ânnen. Und vielleicht sind wir nur aus diesem einem Grund ├╝ber die Mutilations an Rindern so erschrocken und emp├Ârt, weil wir sie n├Ąmlich am liebsten selbst schlachten wollen.
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Quellen:

Veronica Ions - Ägyptische Mythologie
Franz Dornseiff - Das Alphabet in Mystik und Magie
Herbert Gottschalk - Lexikon der Mythologie
Wolfgang Golter - Handbuch der germanischen Mythologie
Gondrom Verlag, Bayreuth - Deutsche G├Âtter- und Heldensagen
Zsolnay Verlag - Griechische Heldensagen
Gerhart J. Bellinger - Der gro├če Religionsf├╝hrer
Gerhart J. Bellinger - Knaurs Lexikon der Mythologie
Fritz Glunk - Das gro├če Lexikon der Symbole
Die Bibel
wikipedia
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