KNOTENZAUBER

Datum 16.04.2008 00:30:00 | Thema: Artikel

von Reptomaniac

Eine seltsame Verbindung besteht zwischen der d├Ąmonischen Welt und dem Kn├╝pfen von Knoten.
Zur Kunst einer perfekten Hexe geh├Ârt es, Knoten f├╝r gewisse magische Zwecke zu kn├╝pfen und je komplizierter der Knoten ist, desto mehr bereitet es den D├Ąmonen Vergn├╝gen. Der Brauch, sich in ein Taschentuch einen Knoten zu binden, damit man sich an etwas erinnert, stammt auch aus dieser Vorstellung. Demnach sollen die D├Ąmonen sich davon ablenken lassen und die Person, die sie eigentlich vergessen lassen wollten, in Ruhe lassen.

"Wei├če Hexen" verkauften in fr├╝heren Zeiten Schn├╝re mit drei Knoten an Matrosen. Wurde der erste ge├Âffnet, kam ein guter Wind auf, beim zweiten eine steife Brise und das L├Âsen des dritten erzeugte einen Orkan. Der schottische Schriftsteller Sir Walter Scott erz├Ąhlt 1814 in seinem Tagebuch, dass er von einer Hexe namens Bessie Miller in Stromness so einen Windzauber gekauft hatte.

Knoten lassen sich allerdings auch f├╝r negative Zwecke einsetzen. Ein Beispiel ist das sogenannte Nestelkn├╝pfen, mit dem Ehen zerst├Ârt werden. Durch das Binden eines magischen Knotens wird der Mann impotent, so lange bis er die Hexe f├╝r das Aufheben des Zaubers bezahlt. Knoten in das Nachtgewand einer werdenden Mutter sollen eine leichte Geburt verhindern, Knoten im Hemd von Sterbenden dagegen den Todeskampf m├Âglichst lange hinausz├Âgern. Das Nestelkn├╝pfen soll aber auch dazu verwendet worden sein, um Tieren zu schaden, bzw. die Geburt der Jungen zu erschweren und war oft ein Anklagepunkt in den Hexenprozessen.

Je nachdem, wie die Knoten gebunden werden und in welcher Situation sich die Hexe oder der Magier die betreffenden Personen w├Ąhrend des Kn├╝pfens visualisiert - entweder in harmonischer Eintracht oder im Streit - sollen die beiden entweder zueinander finden oder sich trennen.

Das Gegenmittel gegen das Nestelkn├╝pfen hat seltsamer- (oder konsequenter-) weise wieder einmal etwas mit Blut zu tun, denn die T├╝rschwelle des Opfers soll mit dem Blut eines schwarzen Hundes bestrichen und dar├╝ber Beifu├č aufgeh├Ąngt werden.

Im manchen Gegenden glaubte man, wenn man in einen Faden soviele Knoten kn├╝pfte, wie man Warzen hatte und ein anderer sie wieder l├Âste, dass man seine Warzen los wurde und der andere sie dann bekam.

Auch bei dem ber├╝chtigten Henkersknoten handelte es sich um einen Schadenszauber. Dieser Knoten wurde vom Henker selbst gekn├╝pft und besteht aus einer Schlinge, die sich durch das Gewicht des Todeskandidaten zuzieht, was die Luftzufuhr zur Lunge und die Blutzufuhr zum Gehirn verhindert und zum (langsamen) Tod f├╝hrt. Fr├╝her wurden um die Schlinge entweder neun oder dreizehn halbe Schl├Ąge (ein halber Schlag ist eine einfache Umschlingung eines Objekts) gef├╝hrt, wobei die Neun f├╝r die Tods├╝nden (fr├╝her waren Neun statt Sieben bekannt) standen oder eine Anspielung auf die Redensart "der hat das Leben von neun Katzen" war, - die Dreizehn sollten Ungl├╝ck bringen.

Knotenzauber kennen wir auch aus antiken Sagen. So soll z.B. die G├Âttin Hera, die Gemahlin des G├Âttervater Zeus, ihre Finger sieben Tage lang so verschr├Ąnkt haben, dass sie die Geburt des Herakles hinausz├Âgerte und seine L├Âsung von seiner Mutter Alkmene verhinderte.

Der r├Âmische Dichter Vergilius schreibt ├╝ber das Kn├╝pfen eines Knotens der Amaryllis als Liebeszauber, die dabei um die Hilfe der Liebesg├Âttin Venus bittet:

"Dreimal kn├╝pf, Amaryllis, in Knoten die dreierlei Farben
Kn├╝pf, Amaryillis und sprich: ich kn├╝pfe die Fesseln der Venus."

Der wohl ber├╝hmteste Knoten war der Gordische Knoten. Der Legende nach wurde er von den G├Âttern gekn├╝pft und verband die Deichsel und das Zugjoch des Streitwagens von K├Ânig Gordios aus Phrygien untrennbar miteinander. Das Orakel prophezeite, dass derjenige die Herrschaft ├╝ber Persien erlangen k├Ânne, dem es gel├Ąnge, den Knoten wieder zu l├Âsen. Keiner schaffte die Aufgabe, bis im Fr├╝hjahr 333 v. Chr. Alexander der Gro├če den Knoten einfach mit seinem Schwert zerschlug und daraufhin seinen Siegeszug durch Asien begann.

Bemerkenswert ist au├čerdem, dass Knoten nur in einem dreidimensionalen Raum gekn├╝pft werden k├Ânnen, in R├Ąumen mit einer von der Zahl drei verschiedenen Dimensionen dagegen nicht.

Reptomaniac, 25.08.2007


Quellen:
Hans Biedermann - Lexikon der magischen K├╝nste
wikipedia.de
diverse Internetseiten
s.auch:
www.ufos-co.de/news_artikel/ht ... s/article.php?storyid=784
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erstmals 6.7.07, neu ontop 25.8.07



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