MACHT WAS ER WILL...

Datum 01.04.2012 20:00:00 | Thema: Artikel

Der 1. April - auch APRIL FOOL’S DAY -
..wird in vielen LĂ€ndern gefeiert, durch besondere Scherze und kleine Streiche, die man anderen spielt (‘play a trick on someone‘), um sie “in den April zu schicken”. Dieser kleine frĂŒh-frĂŒhlingshafte Tag des Trickstertums, an dem Dinge erfunden und von anderen geglaubt werden, die nicht wahr sind, ist ein weiteres Beispiel von Nachahmerschaft und UnterwĂŒrfigkeit der Menschen gegenĂŒber einem unbekannten aber auf spezielle Weise sehr wohl humorvollen PhĂ€nomen.

Der eigentliche Ursprung der bizarren Tradition, den 1. April zu feiern, ist umstritten. Zuweilen heißt es, der 1. April sei angeblich der Tag des Einzugs Luzifers in die Hölle und daher ein UnglĂŒckstag, an dem man sich besonders vorsehen mĂŒsse. Auf Wiki spricht man von verschiedenen Möglichkeiten - wobei die meisten mit der (beabsichtigten) Verwechslung entweder des 1. Mai, des Jahresbeginns oder eines anderen Datums zusammenhĂ€ngen. Möglich ist, dass man die EinfĂŒhrung eines neuen Kalenders nicht wahrhaben wollte, und - wie in Frankreich 1562 - weiterhin am 1. April den Jahresanfang begann.

Eine weitere ErklĂ€rung bot sich 1983 in der Behauptung von Joseph Boskin, einem Geschichtsprofessor der Bostoner UniversitĂ€t. Seiner Meinung nach geht der 'April Fools Day‘ auf Fools - also Hofnarren und Harlekins - zurĂŒck, die beweisen wollten, ebenfalls in der Lage zu sein, das römische Reich anzufĂŒhren. Mit ihrer Show amĂŒsierten sie Konstantin so sehr, dass einer von ihnen fĂŒr einen Tag zum FĂŒhrer des römischen Reiches ernannt wurde.

Warum sollte uns oder irgendwen das heute interessieren? Nun, eigentlich mĂŒsste es das nicht, denn bei der Geschichte des Professors handelte es sich selbst um einen Aprilscherz. Der JOKER aber hat diese Art an sich, sich selbst ĂŒberall auszuprĂ€gen und hinein zu manipulieren, sowie seine Spuren ĂŒberall zu hinterlassen, warum also nicht in einem Datum zu FrĂŒhlingsbeginn, wenn die Natur und der Mensch 'Kopf stehen‘.

So tanzte man im alten Rom den ganzen 1. April (genannt 'Veneralia') zu Ehren von Venus Verticordia ("Lenkerin der Herzen“) in NarrenkostĂŒmen herum, oder MĂ€nner trugen Frauenkleider, man tat Dinge rĂŒckwĂ€rts und beging alles in unendlicher Komik. Die Anbetung der Gottheit Fortuna Virilis war ebenfalls Teil der FestivitĂ€ten. Der 1. April galt zudem als Tag der satanischen Tricks und Rituale.

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Das alte Ägypten kannte diesen Tag als Geburtstag der kuhgestaltigen Hathor ("Haus/Mutterschoß des Horus"), die im weiteren Verlauf zur Himmelsgöttin des Westens aufstieg und zu einer allumfassenden Muttergottheit wurde. Sie war aber auch Totengöttin und Göttin der Liebe, des Friedens, der Schönheit, des Tanzes, der Kunst und der Musik. Als Mutter des Horus handel es sich bei Hathor um Isis, was der Lilith - und jeder anderen beliebigen Göttin - gleichkommt. Als eine der Ă€ltesten altĂ€gyptischen Göttinnen trat sie spĂ€ter einige ihrer Symbole und Funktionen an die jĂŒngere Isis ab. Ihre enge Verbindung zu Isis besteht in den Gemeinsamkeiten als Mutter- und als Totengöttin. Seit dem Neuen Reich ist Hathor nur noch durch die hieroglyphische Beischrift von Isis zu unterscheiden.

Von Anbeginn forderte sie Opfer. So wurde ihr spĂ€ter runter anderem Wein - als Blutersatz - geopfert, woraufhin sie den Beinamen "Herrin der Trunkenheit“ erhielt. Im "Mythos von der Himmelskuh” nimmt Hathor als TrĂ€gerin vom Auge des Re eine herausragende Rolle in der Ă€gyptischen Mythologie ein: Ihr Vater Re gab ihr den Befehl, als Auge des Re die rebellierende Menschheit zu töten. Wenig spĂ€ter bereute Re seinen Entschluss und hielt Hathor mit einer List vom Vorhaben ab. Dazu ließ er Bier mit Ocker fĂ€rben, damit es wie Blut aussah, und goss das Bier auf der Erde aus. ErwartungsgemĂ€ĂŸ trank Hathor das Bier und konnte im alkoholisierten Zustand ihr Vorhaben nicht mehr umsetzen. In der griechischen Mythologie war u.a. Aphrodite das Pendant der Hathor.

Kein Aprilscherz ist es, dass man im alten Rom um den 1. April herum zu Ehren des Gottes Attis das 'Hilaria Fest‘ feierte (hilarious = ausgelassen und komisch). Attis - so weiß Wiki - (phrygisch attis, „schöner Knabe“ und attagus, "Bock“) ist in der griechischen und phrygischen Mythologie der Sohn der Flussnymphe Nana, den sie aus dem Samen eines Mandelbaumes empfing. Aufgrund des phrygischen Ursprungs der ErzĂ€hlungen ĂŒber Attis und deren Übernahme in das griechische wie auch lydische ErzĂ€hlungsgut gibt es mehrere Versionen seiner Geschichte:

Der Mandelbaum entstand nĂ€mlich aus dem Blut, das mit der Entmannung des zweigeschlechtlichen Wesens Agdistis zur Erde fiel bzw. aus dessen mĂ€nnlichem Geschlechtsorgan, das es sich selbst ausriss, als dieses von Dionysos mit einem aus Haar geflochtenen Seil an einen Baum gebunden worden war. Nana fiel eine Frucht des rasch aufgewachsenen Baumes in den Schoß oder sie barg sie in ihrem Schoß – und wurde zur Strafe fĂŒr dieses "ungebĂŒhrliche Verhalten“ von ihrem Vater, dem Flussgott Sangarios, festgesetzt um Hungers zu sterben.

Die Große Mutter, Kybele - eigentlich ein entmannter Gott - versorgte sie jedoch mit FrĂŒchten und Götterspeise, bis sie Attis zur Welt brachte. Dieser wurde allerdings von Sangarios nach seiner Geburt ausgesetzt, von einem Ziegenbock mit Bocksmilch aufgezogen und wuchs zu einem wunderschönen JĂŒngling heran.

In diesen verliebte sich nun der entmannte Agdistis, bzw. die Kybele mit ganzer Leidenschaft. Als Attis die Tochter des Midas, des Königs von Pessinus heiraten sollte, erschien Agdistis/Kybele bei der Hochzeit und trieb Attis in den Wahnsinn, so dass er sich (ebenfalls) selbst entmannte. Aus dem Blut, das nun hier zu Boden tropfte, entstanden die Veilchen, Attis selbst, der – im Gegensatz zu Agdistis zuvor – nicht ĂŒberlebte, entmannte sich unter einer Pinie mit dem Ruf: „Dir, Agdistis!“ – oder wurde in diese Pinie verwandelt.

Als Kybele von Gram und Reue erfĂŒllt, ihre Trommel schlagend, durch Phrygien zog, folgte eine Hungersnot – ein Orakel wurde um Rat gefragt. Die Phrygier mussten nun Attis bestatten und Kybele als ihre Gottheit annehmen, wobei als Priester Kybeles nur Eunuchen zugelassen waren, um das Gedenken an Attis zu wahren. Kybele soll Attis dann wieder vom Tode erweckt haben und gemeinsam mit diesem in ganz Phrygien verehrt worden sein.

Die Priester der antiken Göttin Kybele - gennant Galli, auch Galloi - waren Eunuchen. Der Kult hatte sich aus Kleinasien ĂŒber das gesamte Römische Reich verbreitet. Jedes Jahr zur Zeit des FrĂŒhlingsfestes fanden rauschhafte Gelage statt, bei denen sich AnhĂ€nger des Kultes zu Ehren der Kybele selbst verstĂŒmmelten. Sie schnitten sich mit einem Zeremonienschwert oder auch einem scharfkantigen Gegenstand die Genitalien ab und warfen diese in die Menge der Zuschauer. Der Betreffende musste den Eunuchen-Neuling mit Frauenkleidern versorgen. Viele Eunuchen-Priester litten infolge der stĂŒmperhaft durchgefĂŒhrten Kastration unter Infektionen der Harnröhre und unter dauerhafter BlasenschwĂ€che. Eunuchen waren bisweilen Sklaven, oder konnten zu hohen Ehren und großem Ansehen gelangen, da sie nicht als „biologische“ Rivalen in Betracht kamen. Römische Kaiser wie Caligula und Heliogabal wollten sogar selbst die "Große Mutter“ (Kybele) darstellen und traten zuweilen öffentlich als Venus mit goldenem Bart und in Frauenkleidern auf. Auch die Kaiser Nero und Caracalla taten das ihre dazu, den Kult der Kybele weiter zu verbreiten.

Das Tragen von Keidern bei MÀnnern scheint ein religiöses Attribut von besonderer Hingabe und besonderem Stellenwert zu sein. Wenn man dann noch z.B. die religiöse Keuschheit hinzuzieht, stellt sich dann nicht der unbewusste Wunsch nach AsexualitÀt dar? Oder handelt es sich eher um ein Form der freiwilligen Verweiblichung, um dem eigentichen Gott, dem weiblichen Mutterkult, nÀher zu sein?

Nach anderen Versionen konnte Zeus auf die Bitten Kybeles, den JĂŒngling Attis wieder zum Leben zu erwecken, nur dafĂŒr sorgen, dass sein Körper nicht verweste, seine Haare immer weiter wuchsen und sein kleiner Finger beweglich blieb. Im römischen Totenkult wurde Attis zur Symbolisierung der Trauer um die Verstorbenen auf Grabsteinen abgebildet.

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Attis als Joker
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© Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons

Kybele (griech. ΚυÎČέλη, die Große Göttermutter vom Berg Ida; lat. Magna Mater Deum Idae, kurz Magna Mater) ist eine Göttin, die zusammen mit ihrem Geliebten Attis ursprĂŒnglich in Phrygien (Kleinasien) und spĂ€ter in Griechenland und Rom verehrt wurde. Der Kybele- und Attiskult war bis in die SpĂ€tantike ein im ganzen römischen Reich verbreiteter Mysterienkult.

Nach dem - entgegen der obigen Darstellung - von Pausanias und Arnobius ĂŒberlieferten Mythos schlief Zeus einmal auf dem Berg Agdos in Phrygien ein und ließ dabei seinen Samen zu Boden fallen. Da Göttersamen alles Leben schafft, wuchs an dieser Stelle prompt der zwitterhafte Agdistis aus dem Felsen empor. Er hatte ein furchterregendes Wesen und wurde deshalb von den ĂŒbrigen Göttern kastriert. So wurde er zur Großen Mutter Kybele, aus den abgetrennten Genitalien aber entstand Attis (Phallus Symbol!). Da Kybele und Attis ursprĂŒnglich eine Person waren, zogen sie sich in gegenseitiger Liebe an.

Eine Zeit lang streifen beide glĂŒcklich durch die phrygischen Berge, doch dann beschließt Attis, die Tochter des Königs von Pessinus zu heiraten. Die Hochzeit ist schon in vollem Gange, da erscheint die vor Eifersucht rasende Kybele am Hof und schlĂ€gt die Hochzeitsgesellschaft mit Wahnsinn. Auch Attis verliert den Verstand. Er rennt hinaus in den Wald und entmannt sich unter einer Pinie, wodurch er verblutet. Kybele bittet Zeus, den JĂŒngling wieder zum Leben zu erwecken. Doch der gewĂ€hrt nur, dass der Leichnam des Attis nie verwesen sollte. Kybele bestattet Attis in einer Berghöhle in oder bei Pessinus, setzt eine aus Eunuchen bestehende Priesterschaft ein und stiftet einen Kult der Beweinung mit einem jĂ€hrlichen großen Fest.

Der ganze Mythos - so heißt es - dreht sich möglicherweise um den Geschlechterdualismus. Der Mythos erklĂ€rt die Entstehung der Welt durch ein Zusammenwirken des mĂ€nnlichen und des weiblichen Elements des Universums: Der himmlische Attis muss die Mutter Erde Kybele mit seinem Blut befruchten, damit die Welt entstehen kann.
Der Religionshistoriker Carsten Colpe bestreitet auch die ĂŒblicherweise angenommene Eigenschaft von Adonis, Attis und Osiris als Fruchtbarkeitsgott und sieht einen Zusammenhang mit den beiden Geschlechtern. Auch so kann allerdings der Mysteriengott zwar nicht als ein "Vegetationsgott", aber doch als ein "Fruchtbarkeitsgott" im fundamentalsten Sinn verstanden werden.

Möglicherweise handelt es sich bei der frĂŒhzeitlichen Attis- und Kybele Geschichte der 'quasi‘-Geschlechtsumwandlung aber auch um die Urdarstellung der spĂ€teren biblischen Behauptung, Eva sei aus einer Rippe des Adam entstanden.

Der 1. April jedenfalls könnte auf dem einstigen Attisfest beruhen:

In der Zeit des Zweiten Punischen Krieges (218–201 v. Chr.) fanden die Römer in den Sibyllinischen BĂŒchern den Schicksalsspruch: "Dir fehlt die Mutter; drum such – ich befehl es dir, Römer – die Mutter“. Erst nach einer Auskunft durch das delphische Orakel verstanden die Römer, dass die Göttermutter auf den idĂ€ischen Höhen Phrygiens gemeint war. Im Jahr 205 v. Chr. wurde sie in Gestalt eines faustgroßen Meteoriten feierlich von Pessinus nach Rom geholt, in eine schwarzgesichtige Silberstatue eingearbeitet und im Jahr 191 v. Chr. in einem eigenen Tempel auf dem Palatin installiert. Da die Göttin den Römern zum Sieg ĂŒber Hannibal verhalf, wurde sie zu einem wichtigen Bestandteil des Staatskultes. Es wurden ihr jĂ€hrliche Spiele, die ludi Megalenses (4.–10. April) geweiht, und der PrĂ€tor brachte ihr ein jĂ€hrliches Opfer von Staats wegen dar.

Der Kult scheint in den nĂ€chsten 500 Jahren einen kontinuierlichen Aufschwung genommen zu haben. Weitaus wichtiger als die von Anfang an gefeierten ludi Megalenses war das spĂ€ter eingefĂŒhrte MĂ€rzfest in der Zeit vom 22. bis zum 27. MĂ€rz, zum FrĂŒhlingsanfang. Der Christ Arnobius gibt schon einen Überblick ĂŒber die FestbrĂ€uche, wenn er die Römer höhnisch fragt:

"Was bedeutet z.B. die Pinie, die ihr immer an vorgesehenen Tagen ins Heiligtum der Göttermutter tragt? Ist sie nicht ein Symbol des Baumes, unter dem der wahnsinnige und unglĂŒckliche JĂŒngling Hand an sich legte, und den die Mutter der Götter heiligte als Trost in ihrem Kummer? 
Was bedeuten die Galli mit ihrem aufgelösten Haar, die sich mit den HĂ€nden an die Brust schlagen? 
 Warum, kurzum, wird die Pinie, die noch kurz zuvor im Wald rauschte 
, gleich darauf als eine hochheilige Gottheit im Wohnsitz der Göttermutter aufgestellt?"

Hugo Hepding hat das MĂ€rzfest aus zahlreichen Quellen rekonstruiert. Es begann damit, dass – wie Arnobius erwĂ€hnt – am 22. MĂ€rz, also pĂŒnktlich zum FrĂŒhlingsanfang, eine frisch gefĂ€llte Pinie durch die Stadt in den Tempel der Großen Mutter auf dem Palatin getragen wurde. Die Pinie, unter der Attis gestorben war, galt als eine Verkörperung des Attis, das FĂ€llen der Pinie galt daher als ein Bild des Todes des Attis und der Umzug mit der Pinie als eine – zweifellos von Klagen begleitete – Leichenfeier. Aber erst am 24. MĂ€rz erreichten die Klagen ihren Höhepunkt (Beerdigungskult hĂ€ngt zusammen mit dem Isis- und Osiriskult) Jetzt hatten auch die von Arnobius erwĂ€hnten Galli, die Eunuchenpriester der Großen Mutter, ihren Auftritt.

Hugo Hepding schreibt:
"Die Gallen versetzten sich durch das Getöse der Tympana, der Zimbeln und Klappern, durch den Ton der phrygischen Hörner und die enthusiastischen Weisen der Flöten, durch ihr Klagegeheul und den mit besinnungslosem Umherschwingen ihres aufgelösten Haares verbundenen Tanz in eine heilige Raserei. Mit scharfen Astragalenpeitschen zerfleischen sie sich selbst den Körper, und mit Messern ritzen sie sich selbst Schulter und Arme, um ihr eigenes Blut als Opfer darzubringen".

Hugo Hepding vermutet auch, dass es bei dieser Gelegenheit zur Aufnahme neuer Gallen ins Kultpersonal der Großen Mutter kam, indem sich gesunde junge MĂ€nner nach dem Vorbild des Attis entmannten: "In orgiastischem Taumel, hingerissen vom Klang der Flöten, verstĂŒmmelten sie sich freiwillig, ohne Schmerzen zu empfinden“. Das erinnert uns an die weltweit verbeiteten Praktiken der Selbstgeißelung, s. auch TO FALL TO PIEÂźCES -
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Von einer Auferstehung des Attis ist, wie gesagt, nicht die Rede. Aber auf den Tag des Blutes (dies sanguinis) am 24. MĂ€rz folgen doch die Freudentage (HILARIA) vom 25. bis wahrscheinlich zum 27. MĂ€rz. Das große MĂ€rzfest endete mit dem Bad (lavatio) der Großen Mutter am 27. MĂ€rz. Am Morgen dieses Tages wurde das silberne Kultbild der Großen Mutter auf einem mit KĂŒhen bespannten Wagen von dem palatinischen Heiligtum zu dem kleinen Bach Almo gefahren.

"Dort wusch ein alter Priester im Purpurgewand mit des Almos Wasser die Herrin sowie all ihr sakrales GerĂ€t. Laut heult die JĂŒngerschar auf, es ertönt eine rasende Flöte“. Auf dem Heimweg sitzt die Göttin auf dem Wagen und zieht durch die Porta Capena, und die Rinder im Joch werden mit Blumen bestreut. Der Sinn dieser weit verbreiteten WĂ€sche (lavatio) – auch in Athen wurde Athene im Meer und in Germanien die Mutter Erde Nerthus in einem See gebadet – ist rĂ€tselhaft.

Alle diese – meist mit aufsehenerregenden UmzĂŒgen durch die Stadt verbundenen – Riten waren öffentlich. Es gab aber darĂŒber hinaus zweifellos noch geheime Mythen und Initiationsriten. Auf einen Geheimkult deutet ein vom Christen Clemens von Alexandrien ĂŒberliefertes Glaubensbekenntnis:

"Aus dem Tympanum aß ich, aus der Zimbel trank ich, den Kernos trug ich umher, ich stieg ins Brautgemach (pastas) hinab." Firmicius Maternus, ebenfalls ein Christ, ergĂ€nzt diese Formel noch mit dem Satz: "Ich wurde ein Myste des Attis“ Das Bekenntnis unterstreicht die Bedeutung, die bestimmte phrygische Musikinstrumente im Kybele- und Attiskult hatten. Bildwerke zeigen, dass die Pinie des Attis wie ein Weihnachtsbaum mit den phrygischen Musikinstrumenten geschmĂŒckt wurde.

Der keltische Brauch, einen Baum mit Opfergaben auszustatten (was spÀter zum christlichen Weihnachtsbaumbrauch umgedeutet wurde) war deutlich auch in anderen Teilen der Welt Tradition, was nicht verwundert, da sowieso alles Traditionelle und Religiöse irgendwie einerseits miteinander - und andererseits mit Opferritualen im Zusammenhang steht.

Ob wirklich aus den besagten Instrumenten gegessen und getrunken wurde, ist fraglich. Vielleicht ist nur das Hören bestimmter Weisen, vielleicht sind bestimmte heilige Speisen gemeint. Der umhergetragene Kernos ist ein BehĂ€lter, der wahrscheinlich die Hoden eines geopferten Stieres enthielt – ein Beweis, dass das Prinzip des MĂ€nnlichen dem Kybele- und Attiskult nicht weniger heilig war als anderen Mysterienkulten.

Unklar ist auch, was mit dem Abstieg ins Brautgemach (pastas) gemeint ist. Das könnte eine Anspielung auf eine Heilige Hochzeit sein, wie sie nachweislich zum Isis- und Osiriskult und zum Mithraskult gehörte (vgl. Initiation, Mysterieninitiation). Da aber pastas auch Grab bedeutet, so könnte darin auch eine Anspielung auf die Taufgrube liegen, in der die Bluttaufe durch das Taurobolium stattfand. Kaiser Julian kennt im Unterschied zu den allgemein bekannten Riten des Kultes der Großen Mutter auch Feiern gemĂ€ĂŸ dem mystischen und geheimen Gesetz.

In den Darstellungen des Kybele- und Attiskultes nimmt das Taurobolium breiten Raum ein, die Bedeutung dieses Ritus ist aber sehr unklar. Der christliche Schriftsteller Prudentius (4. Jahrhundert) gibt eine polemische Beschreibung des Ritus: Ein Stier wird auf einer Art Gitter ĂŒber einer Grube geschlachtet. Der TĂ€ufling befindet sich in der Grube unter dem Gitter und wird mit dem Blut des sterbenden Stieres berieselt. Sie ist entweder frei erfunden oder bewusst verfĂ€lscht, in Wirklichkeit wurde das Taurobolium Ă€hnlich wie ein römisches Tieropfer praktiziert (usw., mehr z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Kybele-_und_Attiskult ) Letztlich dĂŒrfte es sich bei dem Taurobolium um ein EntsĂŒhnungsritual gehandelt haben, d.h., das Tier wird geopfert, damit man selbst von göttlicher HĂ€rte verschont bleibt.

Wer glaubt, dass die Menschen ohne ein göttlich-shapeshiftendes TricksterphĂ€nomen irgendeine Kultur besĂ€ĂŸen, der irrt sich nĂ€rrisch. Das heißt nicht, dass die heutigen Aprilscherze - wie frĂŒher - in selbstverstĂŒmmelnde Kastrationsriten ausarten mĂŒssen. Andererseits: Wer's mag...

Corinna, 01.04.2009



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