ES IST ANGERICHTET

Datum 13.10.2008 00:17:06 | Thema: Artikel

Von Reptomaniac

Menschenopfer zu Ehren der Götter und ritueller Kannibalismus ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit..
Wahrscheinlich gibt es keine Kultur, in der solche Praktiken nicht durchgef√ľhrt wurden. In unserer heutigen Gesellschaft werden jedoch keine Menschen mehr geopfert. Obwohl...: So ganz stimmt das wieder auch nicht. Wir verbrennen zwar niemanden mehr auf dem Scheiterhaufen oder schlachten Kinder auf Alt√§ren f√ľr irgendwelche G√∂tter, daf√ľr haben wir subtilere Methoden, unsereren Blutzoll zu entrichten, wenn man z.B. an Kriege denkt - so oder so, die Wesen, die wir als unsere G√∂tter ansehen, kommen auch heute noch bei uns auf ihre Kosten.

In ihrem Artikel "Der Baby Parasit - Teil 2" f√ľhrte Corinna u.a. √ľber Abtreibungen aus:
"Hinter dem verharmlosenden Wort 'Abtreibung' (auch als Schwangerschaftsabbruch bezeichnet) - das ein wenig nach 'aus Versehen vertrieben' klingt - steckt nat√ľrlich das willentliche T√∂ten eines Menschenlebens. Wer sich Welt und Leben gerne wissenschaftlich und rational erkl√§rt, mag es normal finden, dass in unserer 'Ich' betonten Gesellschaft, in der man RECHTE hat, Frauen auch das Recht gew√§hrt wird, √ľber den eigenen K√∂rper zu entscheiden, und eine Schwangerschaft abzubrechen. Frauen selbst bezeichnen dieses oft als gesellschaftlichen Fortschritt. Dass dabei allerdings das Recht auf Leben eines anderen Menschen beschnitten wird, - oder anders gesagt - dass es quasi legitim ist, das eigene Kind zu ermorden, erscheint mir etwas unnormal...

Eine Abtreibung ist immer die T√∂tung des Schw√§cheren durch den St√§rkeren und widerspricht damit eigentlich den Basisvorstellungen einer sozial orientierten Demokratie...Und es scheint ebenfalls ziemlich unerheblich zu sein, welcher Religion oder welchem politischen System Frauen unterstehen: Sie wollen oder m√ľssen abtreiben - sie tun es einfach - und so war es zu allen Zeiten... Dass manche in Frage stellen, dass ein lebender F√∂tus oder Embryo, ein Mensch ist, ist das eine; das andere ist die Tatsache, dass Leben sich vom Moment der Entstehung an entwickelt, einem bestimmten Programm folgt, und damit √ľber Lebenskraft verf√ľgt - und das ist Energie.

Ob diese in der Seele - sofern und als was auch immer diese besteht - oder in voranschreitender Zellteilung besteht, ist unerheblich. Leben ist Leben, und im Moment des Todes wird diese Energie umgewandelt. In was? Wohin flie√üt, rennt, verfl√ľchtigt sich die pure Energie von Lebendigem?"


Und dann gibt es ja auch noch Kriege und B√ľrgerkriege, im Grunde nichts anderes als gigantische Menschenopfer. In meinem Artikel "Religion und Angst - Teil 2" schrieb ich:
"Die Geschichte der Menschheit war immer eine fast ununterbrochene Kette von Kriegen. B√ľrgerkriegen, Vertreibungen, Unterdr√ľckungen, Mord und Totschlag. Die Kette von Blut und Gewalt nimmt niemals ein Ende, und wenn die Menschenopfer aus der Mode kommen, gibt es ja noch Kriege, durch die die d√§monischen M√§chte an ihr Futter kommen. Es ist nicht √ľbertrieben, wenn man sagt, dass die allermeisten Kriege im Zusammenhang mit Religion stehen. Unsere Kultur ist in ihrem Kern eine Kultur der Gewalt."

Und in "Die schwarze Sonne" legte ich dar:
"Wir wissen ja, dass die D√§monen Blut und Menschenopfer besonders sch√§tzen; in diesem Zusammenhang w√§re die Vernichtung der europ√§ischen Juden und die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs mit Abermillionen von Toten geradezu einen hochwillkommene Opfergabe f√ľr jene unheimlichen Gesch√∂pfe gewesen."

Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang auch die unz√§hligen Opfer von Naturkatastrophen oder Ungl√ľcken erw√§hnen, wenn Menschen oftmals nicht vorher davon ausreichend gewarnt wurden und sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Ein Schuft, der B√∂ses dabei denkt?

Wie gesagt, hier in Europa opfern wir keine Menschen mehr auf Alt√§ren und essen auch kein Menschenfleisch mehr - von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Auf anderen Kontinenten sieht die Sache etwas anders aus. Besonders in Afrika wurden bis in die j√ľngere Zeit Menschenopfer und Kannibalismus praktiziert, zumindest bis in die erste H√§lfte des vorigen Jahrhunderts, wie z.B. Berichten damaliger Kolonialbeamter zu entnehmen ist. Auch wenn man ber√ľcksichtigen mu√ü, dass solche Schilderungen von der damaligen politischen und kulturellen Mentalit√§t gepr√§gt sind, bleibt doch ein ziemlich unheimlicher Kern einer Welt dunkelster magischer Vorstellungen √ľbrig.

Und diese Welt ist noch nicht vergangen. Immer noch lauert sie unter einer d√ľnnen, zivilisatorischen Oberfl√§che, immer noch werden in manchen Gegenden Afrikas vermeintliche Hexen gejagt und verbrannt, werden Menschen von Geheimb√ľnden verschleppt und geopfert, werden Menschen rituell verspeist. Hier sollte erw√§hnt werden, dass Kannibalismus in der Geschichte der Menschheit fast niemals aus kulinarischen Gr√ľnden, sondern fast ausschlie√ülich aus religi√∂sen Motiven praktiziert wurde.

Opfer wurden und werden den G√∂ttern dargebracht, um sie zu bes√§nftigen, denn die G√∂tter sind grausam und gierig nach Blut und Lebensenergie. Man hofft, selbst von den Wesen verschont zu werden, indem man ihnen andere Menschen darbietet. Das geht soweit, dass man f√ľr die G√∂tter auch seine eigenen Kinder schlachtet, denn der eigentliche und wesentliche Grund aller Religiosit√§t ist die pure Angst vor dem Unbekannten, die Furcht vor der Macht und dem Zorn dieser Wesen, wie ich in einigen Artikeln schon erw√§hnt habe.

Ob sich die G√∂tter durch Opfer aber wirklich bes√§nftigen lassen und derjenige der opfert am Ende nicht auch das gleiche Schicksal wie der Geopferte erleidet, d.h. ob es den Wesen nicht herzlich egal ist, was wir tun und es keinerlei Garantie gibt, von ihnen verschont zu werden, bleibt eine andere Frage. Vielleicht gibt f√ľr jeden von uns am Ende seines irdischen Lebens ein b√∂ses Erwachen.

Warum wurden zu allen Zeiten und werden auch heute noch Menschen von anderen Menschen verspeist? Doch, es gab immer wieder auch F√§lle, in denen Menschenfleisch aus purem Interesse auf den Tisch kam, "mal probieren, wie so etwas schmeckt" oder es wurden Leichenteile aus einer extremen Notlage heraus, um selbst nicht zu verhungern, gegessen. Manchmal werden Menschen oder Teile von ihnen auch verzehrt , um eine extrem perverse, kranke Sexualit√§t zu befriedigen, um eine andere Person in sich aufzunehmen, ganz mit ihr zu verschmelzen. In einer abgeschw√§chten Form wird dies durch "Jemanden zum Fressen gern haben" ausgedr√ľckt, wenn man jemanden sehr liebt. Wie sehr m√ľssen uns dann erst die G√∂tter lieben, die uns ja tats√§chlich im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern haben!

Das Hauptmotiv kannibalistischer Praktiken war aber zum gr√∂√üten Teil der Wunsch, es den G√∂ttern gleich zu tun, ihnen - zumindest symbolisch - nahe zu sein. Die G√∂tter leben ewig, indem sie sich von unserem Blut und unserer Lebensenergie ern√§hren, also ist es nur folgerichtig, sich dies zum Vorbild zu nehmen und zu glauben, man k√∂nne ein l√§ngeres Leben, Gesundheit, Kraft und Intelligenz dadurch erhalten, wenn man andere Menschen schlachtet oder sie verst√ľmmelt und sie sich, bzw. Teile von ihnen - inklusive ihrer Lebensenergie - dann einverleibt. Einige Berichte aus Afrika aus den Anf√§ngen des 20. Jahrhunderts m√∂gen dies verdeutlichen.

Im Jahr 1933 ereignete sich in Liberia bei einem Stamm der Kru ein grausamer Vorfall. Ein Stammesf√ľrst war erblindet. Der Medizinmann gab den Rat, "lebende", frisch herausgerissene Augen zu verspeisen, um wieder sehen zu k√∂nnen. Man ergriff daher zehn Personen aus dem Gefolge und stach ihnen die Augen aus, welche der H√§uptling dann sofort verschlang. Angeblich erhielt er kurze Zeit danach wieder sein Augenlicht zur√ľck. Ein europ√§ischer Arzt meinte dagegen, die Erblindung sei nur von vor√ľbergehender Art gewesen. Etwa zur gleichen Zeit lag ein H√§uptling der Bateke im Sterben. Im wurde geraten "Blut seines Blutes" zu sich zu nehmen. In diesem Fall hei√üt es - je nach den Angaben des Medizinmanns - , entweder der j√ľngste Sohn oder die j√ľngste Tochter werden in einem rituellen Zeremoniell geopfert, und um jugendliche Kraft wieder zu erlangen, mu√ü das Herz oder das Gehirn gegessen werden.

Auch bei der Initiation von Medizinm√§nnern oder -frauen und vor allem bei der Aufnahme in einen Geheimbund kommt es zu kannibalistischen Praktiken. Oft wurden von den Bundesangeh√∂rigen fremde Personen entf√ľhrt und dann get√∂tet, - aber das beste Mittel, um den Bund mit den D√§monen einzugehen, war, m√∂glichst nahe Verwandte abzuschlachten. Im Kongo wurden bei solchen Zeremonien meist die eigene Mutter oder die j√ľngste Tochter ermordet. Geopfert wird √ľber einem Baumstamm, aus dem ein bet√§ubender, sirupartiger Saft str√∂mt.

In einem Bericht aus dieser Zeit, verfasst von einem gewissen R. P. Trilles, heißt es:
"Wenn Arterien und Venen ausgeblutet und die letzten Zuckungen abgeklungen sind, mischt man den Saft und das Blut. Zunächst trinkt der Neophyt davon, dann alle anderen, bis die Schale bis auf den letzten Tropfen geleert ist. Den ausgebluteten Körper des Opfers legt man auf einen brennenden Holzhaufen, brät ihn ein wenig und teilt ihn dann unter die Anwesenden auf - im allgemeinen sind es zwölf. Sie verschlingen das Fleisch und legen die Knochen wieder in die Glut. Man wartet, bis sie fast verbrannt sind, nimmt sie heraus und verteilt sie unter die Zwölf. Aus den zerstoßenen Knochen des Opfers werden zauberkräftige Mittel hergestellt"

Der Ermittler Emille Caillet schrieb √ľber einen derartigen Fall:
"Das Gericht von Bas-Cavally verhandelte von Dezember 1927 bis August 1928 in einer grausamen Angelegenheit...einem Menschenopfer. Eine Zauberin hatte ihren eigenen Mann der Bruderschaft der Eingeweihten ausgeliefert. Nach dem √ľblichen Palaver legte man den armen Kerl auf den Boden. Der Hals befand sich √ľber einem Loch, das speziell f√ľr diesen Zweck ausgehoben worden war, um das Blut aufzufangen. Dann stach man ihn wie ein Tier ab und zerlegte ihn. Alle Anwesenden oder zumindest jene, die der Gesellschaft bereits ein Opfer gebracht hatten, bekamen ein St√ľck"

Jean Perrigault schildert das Geständnis des 16jährigen Béimi, nachdem in dem Dorf Komou ein Kind getötet worden war:
"Mein Verwandter Togbabotti sagte mir, ich solle mit ihm Palmwein im Wald suchen. Wir trafen eine Gruppe Manon-Männer. Togbabotti sagte ihnen, dass ich in die Geheimgesellschaft der Schimpansen-Männer aufgenommen werden sollte. Sie befestigten sogleich ein Gri-Gri an meiner Hand. Dann beschlossen sie, ein Kind zu rauben, dass wir gemeinsam verspeisen wollten.."

√Ąhnliches ereignete sich auch beim Stamm der Gu√©r√©. Hier wurde ein zweij√§hriges Kind in St√ľcke geschnitten und gegessen. Einer der Schuldigen namens Glou sagte aus, bereits zw√∂lf Menschen gegessen zu haben. Immer wieder stehen solche Praktiken im Zusammenhang mit der Aufnahme von Neulingen in einen Geheimbund oder mit rituellen Praktiken eines solchen Bundes, durch das Verspeisen von Menschen deren Lebenskraft und Jugendlichkeit in sich aufzunehmem. Und daher waren (und sind wahrscheinlich immer noch) gerade Kinder besonders beliet,. je j√ľnger, desto besser.

Es sollen sich auch schon F√§lle ereignet haben, bei denen Schwangeren das ungeborene Kind f√ľr schwarzmagische Rituale aus dem Leib geschnitten wurde. Von einem H√§uptling wurde berichtet, dass er Jagd auf schwangere Frauen zu machen pflegte, denen er dann die F√∂ten lebendig aus dem Leib schnitt, um sie anschlie√üend zu braten und zu essen. Eine sehr abgeschw√§chte Variante, die Lebensenergie von Kindern zu gebrauchen, wurde auch in Europa zeitweilig praktiziert. Alten und Kranken wurde dazu geraten, sich m√∂glichst junge Kinder ins Bett zu legen, um von deren Lebenskraft zu profitieren und zu genesen ..nichts anderes als eine Form eines Energievampirismus.

Afrika ist ja auch bekanntlich die Wiege des Voodoo-Kultes und es wird besonders unheimlich, wenn man von magischen Ritualen liest, bei denen es um die Auferweckung von Toten geht. Ein K√∂nig der Nagos (ein Stamm in Dahomey), in fortgeschrittenem Alter und krank, hatte Angst zu sterben und suchte Rat bei seinem obersten Medizinmann. Der sagte ihm, er h√§tte die Geister befragt und eine Lebensverl√§ngerung sei nicht m√∂glich, aber die Leiche des K√∂nigs k√∂nne nach dessen Tod wieder ins Leben zur√ľckgerufen werden. Also wurden drei Verwandte dazu ausersehen, f√ľr das Ritual geopfert zu werden - der √§lteste Sohn der ersten Frau, der j√ľngste Sohn der zweiten Frau, sowie eine Tochter, die gerade im heiratsf√§higen Alter war.

Den ersten Sohn band man an einen Baumstamm, schlitzte ihn ohne Bet√§ubung auf und ri√ü ihm noch lebend das Herz und die Leber heraus. Der H√§uptling schlang die beiden Organe sofort herunter, um "neue Tapferkeit" zu erhalten. Dem j√ľngsten Sohn im Alter von drei Jahren entnahm man das Gehirn, damit der Alte "wieder wie die Jugend denke". Auch das M√§dchen wurde noch lebend aufgeschlitzt und ihm die Eierst√∂cke - "f√ľr die Zeugungskraft" des K√∂nigs - herausgenommen.

Später entfernten die Magier noch weitere Organe aus den Leichen, trockneten sie und stellten daraus Zauberpulver her. Am nächsten Tag schien es dem Häuptling wieder besser zu gehen, aber am darauffolgenden Tag verstarb er. Sofort machten sich die Zauberer daran, das Ritual fortzusetzen und opferten drei weitere Verwandte des Königs auf besonders grausame Weise. Augenzeugen berichteten, dass die Leiche des Häuptlings, die auf einer Matte ausgestreckt lag, sich plötzlich wieder zu bewegen begann und der Tote dann wieder aufstand. Danach soll er noch einige Jahre gelebt haben. Ein anderer Häuptling pflegte seine Opfer lebend in einen Ofen zu schieben und stellte dann die gerösteten Körper auf, um ab und zu etwas daran zu knabbern...

Ein angelsächsischer Distriktkommissar berichtete aus Oloko, seinem Amtssitz in Nigeria:
"Ich war in Oloko, um die Gerichtsverhandlungen zu leiten. Eines Abends kam ich bei den Polizeih√ľtten vorbei und h√∂rte, wie ein vor√ľbergehender Schwarzer einem vor seiner T√ľr hockenden Gerichtsdiener auf Ibo folgende Worte zurief: ¬īKamalu ruft dich zur Mitternacht. Komm oder stirb!¬ī Der Angeredete schien tief erschrocken, w√§hrend der Fremde ohne ein weiteres Wort seinen Weg fortsetzte."

Der Kommissar wu√üte, dass es sich hier um den Geheimbund Kamalu Ju-Ju handelte und lie√ü seinen Untergebenen auf sein Dienstzimmer holen. Obwohl er ihm volle Diskretion und auch Straffreiheit f√ľr etwaig begangene Verbrechen zusicherte, weigerte dieser sich, auch nur das geringste auszusagen, ja er bestritt sogar, den Begriff Kamalu √ľberhaupt zu kennen. Dabei schien er entsetzliche Angst davor zu haben. Kamalu Ju-Ju war (ist noch?) ein Geheimbund, der besonders in Liberia aktiv war. An den kultischen Festen wurden Opfer, die vom Oberpriester ausgew√§hlt wurden, auf bestialische Art und Weise zu Tode gefoltert und die Leichen anschlie√üend von den Teilnehmern verspeist. Die abgeschnittenen K√∂pfe der Opfer sind dem Priester vorbehalten, der sich damit schm√ľckt. Es ist nicht verwunderlich, dass der oben erw√§hnte Gerichtsdiener eine derartige Furcht hatte, denn den Mitgliedern des Bundes wird niemals gesagt, ob sie nur als Teilnehmer zu den monatlichen n√§chtlichen Treffen gerufen werden oder vom Oberpriester als Opfer ausgesucht wurden.

Offiziell existiert der Kamalu Ju-Ju heute nat√ľrlich nicht mehr, vielleicht hat er sich aber nur in entlegene, unwegsame Gebiete zur√ľckgezogen und verbreitet immer noch im Verborgenen Angst und Schrecken, genau so wie die geheimnisumwitterten Leopardenb√ľnde, die sich trotz mancher Unterschiede vor allem durch eine besondere Grausamkeit auszeichnen. Bei einigen ist schon der Eintritt in den Bund mit Verletzungen und Verst√ľmmelungen verbunden. Bei dem Dakkas im Tschadseebecken werden die Initianden in den Busch gebracht, wo sie unter den Kl√§ngen aufzeizender Musik und Rauschdrogen allm√§hlich im Tanz in eine ekstatische Trance verfallen.

Auf dem Höhepunkt der Ekstase springt ein Wesen (der verkleidete Oberpriester), das einem Leoparden ähnelt, mitten unter die Anwesenden und schlägt mit einer Tatze nach den zu Tode Erschrockenen. Dabei werden sie zum Teil schwer verletzt und tragen bisweilen ihre Narben bis an ihr Lebensende. Manchmal wird ihnen sogar ein Hoden abgerissen.

Beim Babali-Bund tragen die M√§nner an der linken Hand an jedem Finger kleine Messerchen aus Eisen, sie sollen die Pranken des Leoparden darstellen und in der rechten Hand ein Brett mir N√§geln - die Z√§hne des Raubtiers. Mit diesen Waffen ausgestattet lauern sie dann vermummt ihren ahnungslosen Opfern auf, um diese dann wie ein Raubtier anzuspringen und zu t√∂ten. Anschlie√üend werden die Ermordeten in den Wald verschleppt und von den Mitgliedern des Geheimbundes gemeinsam aufgegessen. Das Blut und das Fett des Opfers bleibt dem in einem Sack aufbewahrten "Bundeszauber" vorbehalten. Die Angeh√∂rigen des Bundes sind fest davon √ľberzeugt, dass ein gro√ües Ungl√ľck stattfinden w√ľrde, wenn der "Zauber" (das Symbol f√ľr ein d√§monisches Wesen) nicht in regelm√§√üigen Abst√§nden mit menschlichem Blut und Fett "gef√ľttert" wird.

Andere Geheimgesellschaften, wie z.B. die Bali aus Kamerun, dem die obersten Familien angeh√∂rten, verlangten bei den Aufnahmezeremonien das Schlachten eines kleinen Jungen, vorzugsweise aus der Verwandtschaft, und bei der Meli-Sekte wurde ein Mensch lebend verbrannt. Nach Zeugenberichten wurde ein solches makabres Fest noch im Oktober 1884 begangen. Eine √§ltere Frau wurde an eine Stange gebunden und √ľber einem Scheiterhaufen, der aus d√ľnnem Holz und Bananabl√§ttern bestand, lebend zu Asche verbrannt. Anschlie√üend wurde die Asche an die anwesenden Mitglieder der Sekte verteilt und von ihnen aufgegessen.

K√∂nnte es heutzutage noch solche Praktiken geben? Sicher sind solche Berichte stets auch mit einiger Vorsicht zu genie√üen, dennoch kommen auch in unseren Tagen immer wieder F√§lle von rituellem Kannibalismus vor, werden Menschen aus religi√∂sen Gr√ľnden geopfert. Jean-B√©del Bokassa, der sich selbst zum Kaiser von Zentralafrika kr√∂nte, wurde am 26. Dezember 1980 in Abwesenheit wegen Korruption, Mord, Folter und Kannibalismus zum Tode verurteilt (er hatte sich vorher √ľber die Elfenbeink√ľste nach Frankreich abgesetzt). U.a. lie√ü er √ľber 100 Kinder foltern und ermorden und legte auch manchmal pers√∂nlich Hand an.

Nach seiner Flucht entdeckte man die Leichen von Anf√ľhrern ihm unliebsamer Studentenorganisationen in seinen K√ľhltruhen. Auch dem ugandischen Diktator Idi Amin wurde Menschenfresserei nachgesagt. Amin geh√∂rte dem Stamm der Kakwa an, bei dem das Trinken des Blutes eines Get√∂ten verbreitet ist. Nach Zeugenberichten verlangte der Diktator des √∂fteren, mit den Leichen ermordeter Gegner allein gelassen zu werden. Seinem Minister Henry Kayemba, der sp√§ter floh, vertraute er sogar an: "Ich habe Menschenfleisch gegessen. Es ist sehr salzig, sogar salziger als das von Leoparden."

Auch noch in neuerer Zeit kommt es, besonders bei Kriegen oder B√ľrgerkriegen immer wieder zu kannibalistischen Exzessen, die an den jeweiligen Gegnern begangen werden. Dies hat aber weniger mit den weiter oben geschilderten geheimb√ľndlerischen magischen Praktiken zu tun, vielmehr soll dadurch der Gegner eingesch√ľchtert und demoralisert werden, oft spielen dabei auch rein sadistische Gr√ľnde eine Rolle.

So unterschiedlich all die oben genannten Geheimb√ľnde auch seine m√∂gen, einige Gemeinsamkeiten scheinen sich doch wie ein roter Faden wider zu spiegeln. Zum einen der Schwur der absoluten Geheimhaltung, selbst wenn das eigene Leben auf dem Spiel stehen sollte. Hier erkennen wir √ľbrigens auch Paralellen zu magischen Vereinigungen wie den Freimaurern. Zum anderen die Pflicht, beim Eintritt in den Bund, einen Menschen zu opfern, wobei es sich in sehr vielen F√§llen dabei um einen nahen Verwandten, vorzugsweise um ein Kind handelt. D.h. der Bundesbruder schlie√üt einen Pakt (mit seinem Bundeszauber, bzw. mit d√§monischen Wesen) und opfert daf√ľr ein Mitglied seiner Familie.

Wir wissen, die Wesen sch√§tzen extreme Emotionen. Besonders Leid und Schmerz scheinen es ihnen angetan zu haben. Daher ist es aus der Sicht der Geheimb√ľndler, die sich als Bundesgenossen der d√§monischen Kreaturen halten (zu Unrecht nat√ľrlich, weil diese Wesen im Traum nicht daran denken mit Menschen - ihrer Nahrungsquelle - irgendeinen Bund einzugehen oder etwaig gemachte Versprechungen einzuhalten), nur folgerichtig, die Gier der D√§monen dadurch zu befriedigen, indem die Opfer auf besonders grausame Art und Weise zu Tode gefoltert werden, um die entsprechenden Empfindungen extremer Schmerzen und uns√§glicher Todesangst zu produzieren.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist bei vielen dieser Geheimsekten, dass sich deren Angeh√∂rige sehr oft aus der oberen Gesellschaftsschicht (die Leopardenm√§nner sind meistens unter den angesehensten Mitgliedern ihres jeweiligen Stammes zu finden, genau so wie die oben genannten Bali) zusammensetzen, wobei sie sehr oft der tats√§chlich Ansicht sind, durch ihr Treiben w√ľrden sie ihrem Volk auf die Dauer Vorteile verschaffen, Ungl√ľck von ihm abwenden etc. Und auch hier sehen wir eine Gemeinsamkeit zu Organisationen wie den Freimauern, die sich ihre Mitglieder ja ebenfalls bevorzugt aus elit√§ren Gruppen suchen und sich auch eine (vermeintliche) Pflicht, der Gesellschaft Gutes zu tun, auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Auffallend ist auch, dass man nicht so ohne weiteres in einen solchen Bund eintreten kann, sondern nur auf Empfehlung von Mitgliedern, bzw. dass es sich oft gar nicht um einen freiwilligen Beitritt handelt, sondern dass die Initianden vom Bund einfach zur Mitgliedschaft ausgewählt werden.

Neben dem Schwur, die Geheimnisse des Bundes unter keinen Umst√§nden an Au√üenstehende zu verraten, selbst wenn es das eigene Leben kosten sollte, werden die Mitglieder durch die begangenen Morde und das gemeinsame kannibalistische Mahl noch st√§rker aneinander gebunden. Das letztere gibt es - wie ich schon mehrmals geschildert habe - auch in der vermeintlichen Hochreligion des Christentums, wo w√§hrend der Kommunion, bzw. dem Abendmahl von den Gl√§ubigen auch der Leib Christi in symbolischer Form verzehrt wird und dadurch die Gemeinschaft gest√§rkt wird (im √ľbrigen treten ja wie bei vielen der oben geschilderten Geheimsekten die Angeh√∂rigen der christlichen Religion auch nicht freiwillig ein, sondern werden von ihren Eltern zwangsweise zur Mitgliedschaft ausersehen).

Der gemeinsame Verzehr von Menschenfleisch gr√ľndet sich, wie ich schon anfangs beschrieben habe, auch auf die Vorstellung, dass man durch den Genu√ü des Fleisches des Opfers dessen Lebenskraft in sich aufnehmen kann. Dahinter steckt der Gedanke, dass in allen Kreaturen mehr oder weniger Lebensenergie gespeichert ist und je h√∂her ein Wesen in der Nahrungskette steht, desto h√∂her ist die Konzentration dieser Energie. Die Pflanze bezieht ihre Kraft aus dem Boden, das Tier, das die Pflanze fri√üt, reichert deren Energie in sich an, im Menschen, der das Tier erlegt und verzehrt, ist dann die Lebenskraft in der h√∂chsten Konzentration vorhanden.

Also scheint es nur folgerichtig zu sein, durch das Essen von Menschenfleisch diese Energie in sich aufzunehmen, um sich selbst zu verj√ľngen, l√§nger zu leben, Weisheit und St√§rke zu erlangen. Mit anderen Worten, man versucht sich dadurch auf eine gleiche Stufe wie die G√∂tter zu erheben. Doch das ist eine Selbstt√§uschung, denn Menschen werden den Wesen niemals ebenb√ľrtig sein und auch alle Pakte, die mit D√§monen geschlossen werden, alle Opfer, die ihnen gebracht werden, sind im Grunde vergeblich. Die Wesen k√ľmmern sich nicht um unsere Rituale, Gebete und Opfer, sie nehmen sich einfach, das was sie wollen, von wem sie es wollen und wann sie es wollen. Und wenn vielleicht auch den Angeh√∂rigen solcher B√ľnde von den D√§monen versprochen sein sollte, durch das Opfern anderer Mitmenschen w√ľrden sie von ihnen verschont werden, ist dies ebenfalls auch nur Lug und Trug, denn am Ende fri√üt sie der Teufel dann doch.

Reptomaniac, 13.10.2008


Quellen:
Pierre Fontaine - Rätselhaftes Afrika
Will-Erich Peuckert - Geheimkulte
wikipedia



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