REALIT√ĄT ODER SIMULATION? - 2

Datum 02.12.2007 05:08:48 | Thema: Artikel

Das Spiel der Gedanken

Von Reptomaniac

Im ersten Teil meines Artikels habe ich die Möglichkeit angesprochen, dass wir vielleicht selbst die Schöpfer einer Simulation sind, in der wir leben..
In allen magischen Systemen spielt die Imagination eine zentrale Rolle. Imagination heißt, sich Objekte oder Handlungsabläufe in Gedanken möglichst real mit allen Details vorzustellen, die Dinge oder Geschehnisse plastisch mit seinem inneren Auge vor sich zu sehen.

Hinzu kommt der feste Glaube an die Realisierung des Imaginierten. Den Glauben, der bekanntlich Berge versetzen kann, kennen wir ja schon aus dem Neuen Testament, wo sich Jesus nach einer D√§monenaustreibung zu seinen J√ľngern √§u√üert: "...Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Geh von da weg dorthin!, und er wird weggehen und nichts wird euch unm√∂glich sein..." (Matth√§us 17, 3, 20).

Der Evangelist, der Jesus diese Worte in den Mund legt (abgesehen davon, dass die reale geschichtliche Existenz Jesu nicht eindeutig bewiesen ist, ist immer noch fraglich, welche Worte er selbst ausgesprochen hatte und welche hinzugedichtet wurden), ist also der Überzeugung, dass die Realität durch den Glauben, sprich die Vorstellungskraft, manipuliert werden kann.

Das ist nun aber nicht etwa etwas Neues oder Au√üergew√∂hnliches, denn zu allen Zeiten gab es immer schon Menschen, die von der √úberlegenheit des Geistes √ľber die Materie √ľberzeugt waren und alle magischen System gehen sowieso davon aus. Aber nicht nur in Religion und Magie finden wir diese √úberzeugung, sondern es haben sich auch etliche Philosophen mit diesem Gedanken befasst. Voraussetzung daf√ľr ist aber, dass Geist, bzw. Bewu√ütsein tats√§chlich eine eigenst√§ndige Existenz besitzt und nicht nur ein Produkt der materiellen Welt darstellt.

Materialistisch denkende Realisten lehnen ja das Konzept eines Bewusstseins ab. F√ľr solche Menschen ist das lediglich ein (wenn auch sehr komplexes) Zusammenspiel der Gehirnzellen. Pauwels und Bergier schreiben dar√ľber in ihrem Buch "Aufbruch ins dritte Jahrtausend":

"Auch die Biologie hatte ihre Arbeit abgeschlossen. Claude Bernard hatte ihre M√∂glichkeiten ersch√∂pft, und man war zu dem Ergebnis gekommen, da√ü das Gehirn den Gedanken absondert wie die Leber die Gallenfl√ľssigkeit."

Oder wie der Mediziner Rudolf Virchow (1821 bis 1902) meinte: "Ich habe so viele Leichen seziert und nie eine Seele gefunden."

Solche Menschen erkennen grundsätzlich nur das an, was sie im wörtlichen Sinne begreifen können, nur das, was mess- und mathematisierbar ist.

F√ľr die Kirche kommt allein dem Menschen eine Seele zu, die von Gott stammt (Gott bl√§st dem - m√§nnlichen - Menschen den Atem des Lebens ein), es gab sogar eine Zeit, da ernsthaft bezweifelt wurde, ob auch Frauen eine Seele haben. Nach christlicher Auffassung ist die Natur, die dem Menschen von Gott zu seinem auschlie√ülichen Nutzen zur Verf√ľgung gestellt wurde ("Macht euch die Erde untertan" - ganz boshaft k√∂nnte man auch sagen, hier wurde schon der Keim f√ľr den Raubbau an den nat√ľrlichen Ressourcen gelegt) seelenlos, ja dar√ľber hinaus gab es Zeiten, da die Natur grunds√§tzlich als b√∂se und der Satan als ihr Herr angesehen wurden.

Wie schon oben erw√§hnt, wurde Frauen eine Seele abgesprochen, da sie als eine Inkarnation der Natur die Gef√§√üe des Teufels waren, einzig und allein nur dazu da, den Mann vom rechten Glauben abzubringen und manche Theologen versuchten tats√§chlich das lateinische Wort "femina" f√ľr Frau von den Worten "fes" (Glauben) und "minus" (weniger) - also "weniger gl√§ubig" - abzuleiten.

Trotz dieser Vorstellung einer unbeseelten, mechanistischen Natur (diese Weltsicht war mit verantwortlich, warum z.B. Biologen sich keinerlei Gedanken machten, wenn sie Tiere bei lebendigem Leib aufschnitten, um herauszufinden, wie sie "funktionierten", es waren ja letztendlich nur Maschinen!), ist die Welt insgesamt dennoch von Geistwesen bevölkert. Allerdings halten sich diese Wesen in jenseitigen Bereichen auf, sind aber fähig - mit Gottes Erlaubnis - sich in die materielle Welt zu inkarnieren. Wobei feinsäuberlich zwischen den guten Geistern, den Engeln, und den bösen, den Teufeln und Dämonen, unterschieden wird.

Es gibt aber auch noch eine andere Auffassung. Danach ist grunds√§tzlich alles beseelt und schon jedes Elementarteilchen tr√§gt den Keim des Bewusstseins in sich. Der Unterschied zwischen einem Stein und einem Menschen ist also nur quantitativ. Dies wurde vor allem von den alten Naturreligionen vertreten und wird heute wieder von den neopaganistischen Bewegungen aufgegriffen. F√ľr den Christen steht Gott absolut an der Spitze, er hat alles Kraft seines Willens aus der Nichts erschaffen.

In der Naturreligion sieht die Sache etwas anders aus. Gott, bzw. die G√∂tter haben die Welt durch Umformung bereits vorhandenen Materials aufgebaut. Und sie stehen nicht an oberster Stelle, sondern sind - ebenso wie Menschen, Tiere usw. ein Teil eines allumfassenden, miteinander verbundenen Netzwerks innerhalb der Natur, die personifiziert als Gro√üe G√∂ttin, bzw. abstrahiert als Schicksal (lat. fatum) als allumfassende Entit√§t, als das absolut Unendliche, jenseits des Begreifbaren - sowohl f√ľr Menschen, als auch f√ľr G√∂tter - liegt.

Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung, der bekanntlich esoterischen Gedankeng√§ngen gegen√ľber aufgeschlossen war, hat solche Vorstellungen verarbeitet. Wenn er vom kollektiven Unbewussten spricht, so ist das nichts anderes als ein mentales Netzwerk aus Gedanken, Gef√ľhlen, W√ľnschen und Erfahrungen der gesamten Menschheit, das sowohl Zeit und Raum √ľberwindet. Man k√∂nnte es auch als eine riesige Datenbank (Akasha-Chronik) beschreiben.

Und wenn man sich die Vorstellung zu eigen macht, dass grunds√§tzlich alles beseelt ist. kann man sich durchaus denken, dass dieses Netz auch die Erfahrungen der nichtmenschlichen Welt beinhaltet. In dem kollektiven Unbewussten Jungs sind besondere zentrale Erfahrungen der Menscheit, die √ľber die Grenzen der Kulturen hinweggehen, abgespeichert. Diese Erfahrungen sind verdichtet, fokussiert und manifestieren sich als personifizierte Erscheinungen. Jung nennt das Archetypen.

All die unterschiedlichen Wesen unserer Mythologie und des Volksglaubens, die ja letztendlich auf wenige Grundtypen zur√ľckgehen, sind nur verschiedene Auspr√§gungen dieser Archetypen. Und auch die Ufos und Aliens unserer Tage entstammen diesem Bereich. Dass es zwischen uns und den Ufos, bzw. Aliens einen kausalen Zusammenhang gibt, beweist die Tatsache, dass Sichtungen und Begegnungen nichts Neues sind, sondern schon seit Anbeginn der menschlichen Geschichte stattfinden. Immer wieder passen sich diese Erscheinungen dem jeweiligen Weltbild an (oder wir passen sie uns an?), und was in der Antike fliegende Schilde und Alt√§re, sp√§ter dann Schiffe in der Luft waren, sind heute eben vermeintliche Raumschiffe von anderen Planeten.

Es sind nat√ľrlich fr√ľher keine realen Schilde √ľber den Himmel geflogen und es sind keine wirkliche Schiffe am Firmament gesegelt, genauso wenig wie heutzutage fremde Raumschiffe auf der Erde landen. All das sind nur unterschiedliche Formen einer Erscheinung, die entweder aus einem uns √ľberlegenen, f√ľr uns unzug√§nglichen Bereich stammen, oder aber - wie ich immer mehr glaube - auf irgendeine noch unbekannte Art unmittelbar mit unserer eigenen Psyche zusammmenh√§ngen und somit unsere ureigenen Sch√∂pfungen sind.

Ich denke, wir befinden uns in einer √§hnlichen Situation wie Goethes Zauberlehrling - und die D√§monen und Geister, die wir gerufen haben, sind uns l√§ngst √ľber den Kopf gewachsen. Ein ziemlich starkes Indiz f√ľr diese Annahme ist, dass all diese Erscheinung trotz ihres teilweise absurden und unlogischen Verhaltens uns doch irgendwie seltsam vertraut sind und Aussagen, bzw. Botschaften, die von angeblichen Au√üerirdischen an Kontaktpersonen vermittelt wurden, noch niemals √ľber den gegenw√§rtigen Kenntnisstand hinausgingen.

Sind nun all die G√∂tter, D√§monen und Ufos nur Einbildungen ohne reale Existenz? Sind es nur Hirngespinste naiver Zeitgenossen, nur Selbstt√§uschungen? Nein, sie sind durchaus real, aber sie leben dadurch, dass wir an sie glauben. Man k√∂nnte sagen, die Wirklichkeit ist das, wovon wir alle fest √ľberzeugt sind, dass es die Wirklichkeit ist, ein unersch√ľtterlicher kollektiver Glaube.

Und welche der M√∂glichkeiten trifft zu, haben uns die G√∂tter erschaffen oder sind wir ihre Sch√∂pfer? Wahrscheinlich besteht eine unaufl√∂sbare wechselseitige Verbundenheit. Man k√∂nnte die Natur, oder besser gesagt die Realit√§t als die Summe all dessen auffassen, was jemals existiert hat oder existieren wird oder auch existieren k√∂nnte, eine alle Vorstellungen √ľbertreffende ewige, unendliche Entit√§t jenseits aller Dimensionen, die in einem √ľber alle Ma√üen gehenden Sch√∂pfungsprozess alles aus sich selber hervorbringt, das Absolute, Gott.

Und wenn das wirklich so ist, dann g√§be es auch nichts √úbernat√ľrliches, da die Natur grunds√§tzlich alles umfa√üt, auch alle Simulationen liefen innerhalb dieses unendlichen Netzwerks ab. Vielleicht hat ein alt√§gptischer Spruch die Wahrheit erfasst:

"Das Universum gebiert sich aus sich selbst und das Göttliche ist in allem."

Verlassen wir nun den Bereich der Religion und der Philosophie und wenden uns den "harten" Wissenschaften zu. Die Teleportationsexperimente der letzten Zeit, bei denen die Eigenschaften eines Teilchens auf ein anderes in Nullzeit √ľbertragen wurden, haben gezeigt, dass Teilchen, die einmal mit einander gekoppelt waren, diese gegenseitige Verbundenheit √ľber jegliche Entfernung beibehalten, eine Hypothese, die auf Albert Einstein zur√ľckgeht und die er "spukhafte Fernwirkung" nannte, da er fest daran glaubte, dass diese Vorstellung falsch sei. Eine tats√§chliche √úberpr√ľfung war zu seiner Zeit technisch nicht m√∂glich, das gelang erst in unseren Tagen und es stellte sich heraus, dass sich Einstein in diesem Punkt geirrt hat.

Die Welt unterhalb der Oberfläche unserer Alltagswahrnehmung ist demnach ein komplexes Gebilde aus miteinander verbundenen, wechselseitig interagierenden Teilen. Und je tiefer wir in die Materie eindringen, desto mehr entpuppt sie sich (wie bereits in meinem ersten Artikel erwähnt) als ein geisterhaftes Reich der Wahrscheinlichkeiten und nähert sich immer mehr dem Konzept eines Gedankens, eines Bewusstseins an, so wie der Astronom James Jeans konstatierte, "dass das Universum weniger einer großen Maschine als vielmehr einem großen Gedanken gleicht".

Vielleicht ist die grundlegende Wirklichkeit allen Seins der Geist und alle materiellen und energetischen Erscheinungsformen sind nur verschiedene Aggregationszust√§nde davon. Und wenn das so ist, dann ist es auch m√∂glich, durch Gedanken (und Glauben) darauf Einflu√ü zu nehmen. Je gr√∂√üer die Anzahl derer ist, die an die Realit√§t einer bestimmten Sache glauben, desto gr√∂√üer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie tats√§chlich dinglich existiert. Glauben hei√üt in diesem Fall, absolut von der Selbstverst√§ndlichkeit √ľberzeugt zu sein. So schaffen wir uns vielleicht gemeinsam unsere Realit√§t, unsere G√∂tter und D√§monen..

Und haben diese Wesen deshalb √ľber uns Macht, weil wir fest daran glauben, dass sie uns √ľberlegen sind? Besitzen sie genau wegen dieser √úberzeugung ihre Macht? Wir sind ein Teil der Realit√§t, der Natur, dieses unendlichen Netzwerkes und nehmen Einfluss auf andere Teile des Netzes und werden wiederum von anderen Teilen beeinflu√üt. Wir sind sowohl Sch√∂pfer als auch Gesch√∂pfe und der Unterschied zwischen Realit√§t und Simulation l√∂st sich auf der Ebene des Absoluten in Nichts auf..


Quellen:

Jane Roberts - Das Seth-Material
Michael Talbot - Mystik und neue Phsysik
Louise B. Young - Die Selbstschöpfung des Universums
Pauwels/Bergier - Aufbruch ins dritte Jahrtausend
Die Bibel



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