MYTHOLOGISCHE, ETYMOLOGISCHE UND SYNCHROMYSTISCHE HINTERGRÜNDE VON PARANORMALEN UND RELIGIÖSEN PHÄNOMENEN

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Artikel : UND WENN ER KOMMT, DANN GLAUBEN WIR
Erstellt am 05.01.2009 03:40:00 (1310 x gelesen)

Von Reptomaniac

Am ersten Tag nach den 12 Rauhnächten wird am 6. Januar im christlichen Kulturkreis der Dreikönigstag (auch Heilig-Drei-König) begangen..

Kirchenoffiziell wird dieser Tag Epiphanias (griech. Erscheinung, Manifestation, also Erscheinung z.B. des Herrn, Jesus) genannt und wird seit dem 2. Jahrhundert gefeiert. Epiphanias gehört neben Ostern und Weihnachten zu den drei ältesten und wichtigsten Feiertagen des Christentums. Jeweils am 6. Januar sollen drei wichtige Ereignisse im Leben Jesu stattgefunden haben.

Vor über 2000 Jahren machten sich die drei so genannten Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar aus dem Morgenland auf den Weg zum neugeborenen Jesuskind; der Stern von Bethlemen leuchtete dabei auf ihrem Weg zu der göttlichen Geburtsstätte. Soweit der Volksglaube. In Wirklichkeit wird im Neuen Testament weder eine Zahl genannt, noch dass es Könige waren, geschweige denn irgendwelche Namen. Bei Matthäus heißt es:

"Als nun Jesus geboren war, zu Bethlehem in Judäa, in den Tagen des König Herodes, siehe, da kamen Magier aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: >Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir sahen nämlich seinen Stern im Aufgang und sind gekommen, ihm zu huldigen.<" Danach mussten die Magier bei Herodes erscheinen und wurden von ihm ausgesandt, um den Ort der Geburt zu suchen: "Sie hörten den König an, zogen fort, und siehe, der Stern, den sie im Aufgang gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und stehenblieb über dem Ort, wo das Kind war." Auch nicht sehr originell, gibt es denn es doch zahlreiche Geschichten über antike Heilsbringer und Messiasse, zu deren Geburt Weise, Magier etc. pilgerten. um dem neugeborenen Gottessohn zu huldigen.

Jedenfalls wurde dann im Laufe der Zeit aus der unbekannten Zahl namentlich nicht genannter Magier, die im Auftrag des König Herodes handelten, die Heiligen Drei Könige. (Im Erfinden "historischer Tatsachen" war das Christentum schnell - wie übrigens jede andere Religion auch; bereits die alten Ägypter "verbesserten" ihre heiligen Texte je nach Bedarf - schon immer sehr gut. Friedrich Nietzsche nannte es denn auch: Die Kunst des heiligen Lügens).

Es dürfte kaum erstaunen, dass die Namen dieser drei "Könige" auch nicht ganz ohne sind. (Diese Namen sind übrigens erst seit dem 8. Jahrhundert überliefert.) Beim Namen Caspar fällt doch gleich der Name einer Clownsfigur (Kasper, Kasperle, s. Artikel TRI TRA TRALLA_LA) ein. Melchior bedeutet "König des Lichts", nach anderer Lesart "Mein König ist Licht", da ist es nicht sehr weit bis zu Luzifer. Vielleicht ist es auch von Interesse, dass ein phönizischer Gott Melqart hieß und meist zusammen mit dem Baal genannt wurde. Möglicherweise hat der Name auch etwas mit "Malaak", dem hebräischen Wort für "Engel" zu tun. Und Balthasar schließlich heißt: Baal schütze sein Leben. Baal (der Herr, die weibliche Form lautete Baalath oder Belet) war ein babylonisch-kaanitischer Gott, der zeitweilig auch von den Israeliten verehrt wurde und dem nicht nur Tier- sondern auch Menschenopfer dargebracht wurden.

So wurden z. B. auf Sizilien und in Afrika Kinder auf die Hände der Statue des Baal-Schammon (Herr der Räucheraltäre, Hauptgott der Karthager) gelegt, bevor sie von dort in eine Feuergrube fielen. Der Name Baal oder Bel findet sich denn auch als Appelativ in zahlreichen Götternamen des vorderasiatischen Raumes.

Schon ein seltsames Trio infernale, dass sich da gefunden hat: Der Clown, der Luzifer und der Kinderverschlinger.. Und wie bei all diesen eigenartigen Figuren üblich, werden wieder einmal Kinder auf Linie getrimmt, und unmerklich in den dämonischen Kontext eingebunden, wenn sie als Sternsinger in die Rollen dieser drei "Könige" schlüpfen dürfen und um Spenden bittend von Haus zu Haus ziehen. (Anm: das Zeichen C+M+B, dass sie über der Türe anbringen, hat nichts mit den Anfangsbuchstaben der drei "Weisen aus dem Morgenland" zu tun, sondern wird - seit den 1950er Jahren als "Christus mansionem benedicat" - Christus segne dieses Haus - gedeutet.) Dass es genau drei Personen waren, dürfte auch nicht weiter verwunderlich sein, schließlich gehört die DREI zu den am stärksten symbolbehafteten Zahlen, man denke nur an die stattliche Anzahl antiker Göttertriaden.

Sehr wahrscheinlich schloß man aus der Anzahl der drei Geschenke - Gold, Weihrauch und Myrrhe -, dass es sich um drei Personen gehandelt hatte. Nebenbei bemerkt, ist Myrrhe, eine Tinktur aus dem Harz des Myrrhenstrauches, ein Todessymbol. Zur Zeit Jesu wurden die Toten mit Myrrhe einbalsamiert (wenn Sie also einmal ein nettes Mitbringsel brauchen...).

Über den Stern von Bethlehem zerbricht man sich bis heute den Kopf: Ein Komet, eine Supernova, eine Konstellation von Jupiter und Saturn, vielleicht gar ein außerirdisches Raumschiff (es wurde ja schon behauptet, dass Jesus ein Alien war) oder eine Vogelkreatur. In einem apokryphen Text heißt es z.B.: "Je näher sie Bethlehem kamen, umso stärker wurde der Glanz des Sterns. Dieser hatte die Form eines Adlers, er flog durch die Lüfte und bewegte seine Flügel." Und wieder, wie so oft, finden wir in diesem Text eine Zahl mit einer hohen Symbolik, denn danach dauerte die Reise der "Heiligen Könige" genau 13 Tage. Wie dem auch sei, bis heute streiten sich die Gelehrten. Berufs- und Hobbyastronomen, Wissenschaftler und Laien versuchten, eine Antwort zu finden, und jeder "Experte" liefert natürlich die einzig richtige Lösung. Um 'mal eine neue Variante ins Spiel zu bringen: Vielleicht handelte es sich damals um eine chinesische Himmelslaterne.

Das zweite Ereignis, dass auf den 6. Januar verlegt wurde, ist die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes, den Täufer. "Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf, und siehe, es öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und über sich kommen.Und siehe, eine Stimme vom Himmel sprach: >Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen fand<."

Dieses Sich-Himmel-öffnen, das Herabsteigen eines unbekannten Objekts und die Kommunikation aus luftigen Höhen ist natürlich Wasser auf die Mühlen der E.T.-Anhänger und Freunde der Hypothese der außerirdischen Herkunft des Jesus, vor allem auch, weil es während der Taufe einige seltsame Lichterscheinungen gegeben haben soll. Das Epiphanienfest wurde auch oft "Lichterfest" oder auch "Jordanfest" genannt. Zwischendurch bemerkt: Auch die Taufe ist keine original christliche Erfindung, es gab sie bereits schon in der Isis-Religion. Auch alle antiken Mysterienreligionen kannten die Taufe, im Kult des Attis (ebenfalls ein wiederauferstander Gott) war es z.B. eine mit Blut, in anderen Kulten mit Wasser.

Und schließlich, Ereignis Nummer drei: Ebenfalls an einem 6. Januar soll Jesus sein erstes Wunder vollbracht haben - die Verwandlung von Wasser zu Wein auf der Hochzeit zu Kana, und zwar nach Johannes zwischen 600 und 700 Litern! Und indirekt hat auch das wieder mit Blut (Wein wird mitunter auch als "Rebenblut" bezeichnet) zu tun, denn während der Messe trinkt ja bekanntlich der Priester das Blut Christi in Form des Meßweins. Aber das Weinwunder Christi ist auch nichts Neues, denn schon der griechische Gott Dionysos wirkte zahlreiche derartige Mirakel, die seine Priester - ebenso wie später auch die christlichen Priester am 6. Januar - auf betrügerische Weise wiederholten (vielleicht hat Jesus ja auch nur eine Praxis perfektioniert, die damals bei gewinnsüchtigen Schankwirten gang und gäbe war?).

Die christliche Religion hat u.a. auch vieles vom Dionysoskult übernommen, so auch das Motiv der Kreuzigung oder das Verspeisen des Fleisches und Trinken des Blutes der Gottheit. Die eifersüchtige Göttin Hera ließ den Dionysos durch die Titanen, die dann sein Fleisch verzehrten, töten. Ebenso wie später Jesus ist er aber wieder von den Toten auferstanden (es wurde ja auch schon behauptet, die Auferstehung Jesu aus seinem Grab sei ein Indiz dafür, dass er ein Vampir gewesen sei!). In der Antike war Dionysos einer der beliebtesten Götter und wurde auch bisweilen als Universalgott und Erlöser angesehen.

Das Christentum hat im Grunde fast alles aus älteren Religionen übernommen, für jeden Punkt des christlichen Heilsdramas gibt es, angefangen von der Jungfrauengeburt bis hin zur Auferstehung und Himmelfahrt, eine heidnische Entsprechung. Die Geschichte Jesu ist nichts anderes als ein Konzentrat älterer antiker Mythen; wenn wir Christus verehren, dann verehren wir in Wirklichkeit immer noch die alten Götter.

Die Kirche interpretiert diese drei oben genannten Ereignisse im Leben Jesu als einen Beweis für göttliches Eingreifen in den Lauf der Geschichte. Nur wird für keines der Vorkommnisse irgendein Datum in der Bibel genannt. Den ersten Hinweis auf das Fest Epiphanias findet man in den "Stomata" des Clemens von Alexandria (ca. 150 bis 215). Laut Clemens feierten manche Christen in Alexandria die Geburt Jesu am 6. Januar, was wiederum (wie fast alles im Christentum) auf ältere, heidnische Quellen zurückgeht. An diesem Tag wurde nämlich in Alexandria die Geburt eines neuen Gottes (Aeon, Zeitalter) aus den Lenden einer Jungfrau (Kore, griech. das Mädchen, die Tochter, die Beischläferin - ein Beiname der Unterweltsgöttin Persephone) zur Zeit, als ein neuer Stern am Himmel aufging, gefeiert.

Vielleicht war das mit ein Grund dafür, das Auftreten der Drei Heiligen Könige, Jesu Taufe und sein erstes Wunder auf dieses Datum zu verlegen. Dass die Geburt Jesu dann am 25. Dezember (erst ab dem Jahr 353) begangen wurde, hat möglicherweise damit zu tun, dass an diesem Tag auch die Geburt des Osiris stattgefunden haben soll ("Das Licht nimmt zu. Der große Wohltäter, der König Osiris, ist geboren."), ebenso die des Mithras. Zur damaligen Zeit waren der Isis-und-Osiriskult sowie die Mithrasreligion, die fast zur Staatsreligion geworden wäre, im römischen Imperium weit verbreitet. Wenn man den 25. Dezember als ersten Tag im Leben Jesu annimmt, wäre der 6. Januar übrigens der 13. Tag - wieder so ein seltsamer "Zufall".

Ich habe weiter oben gesagt, die Figur Jesus sei ein Konzentrat älterer Mythen. Im Laufe der Geschichte sind immer wieder vermeintliche Gottessöhne (und manchmal auch -töchter) und Heilande aufgetaucht, die sich selber als das Licht der Welt bezeichneten, neue Religionen gründeten. Es scheint so, als ob immer dann, wenn eine alte Religion sich im Niedergang befindet, sich die Menschen innerlich immer mehr davon abwenden, wenn der Glaube an höhere Mächte schwindet, dass dann von "oben" die Idee der Religion von neuem in die Welt gesetzt wird, denn es kommt nicht darauf an, an was die Menschen glauben, wichtig ist nur, dass sie überhaupt glauben. Die Namen der Götter ändern sich im Laufe der Zeit, aber es bleiben doch immer dieselben Wesen, die sich von uns nähren.

Reptomaniac, 05.01.2009

Korrektur: Andrium


Quellen:
Erich Weidinger - Die Apokryphen
Karlheinz Deschner - Der gefälschte Glaube
Fritz Glunk - Das große Lexikon der Symbole
Die Bibel
Corinna - Der schwarze Joker
wikipedia

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