MYTHOLOGISCHE, ETYMOLOGISCHE UND SYNCHROMYSTISCHE HINTERGRÜNDE VON PARANORMALEN UND RELIGIÖSEN PHÄNOMENEN

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Artikel : REALITÄT ODER SIMULATION? - 2
Erstellt am 02.12.2007 04:08:48 (1456 x gelesen)

Das Spiel der Gedanken

Von Reptomaniac

Im ersten Teil meines Artikels habe ich die Möglichkeit angesprochen, dass wir vielleicht selbst die Schöpfer einer Simulation sind, in der wir leben..

In allen magischen Systemen spielt die Imagination eine zentrale Rolle. Imagination heißt, sich Objekte oder Handlungsabläufe in Gedanken möglichst real mit allen Details vorzustellen, die Dinge oder Geschehnisse plastisch mit seinem inneren Auge vor sich zu sehen.

Hinzu kommt der feste Glaube an die Realisierung des Imaginierten. Den Glauben, der bekanntlich Berge versetzen kann, kennen wir ja schon aus dem Neuen Testament, wo sich Jesus nach einer Dämonenaustreibung zu seinen Jüngern äußert: "...Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Geh von da weg dorthin!, und er wird weggehen und nichts wird euch unmöglich sein..." (Matthäus 17, 3, 20).

Der Evangelist, der Jesus diese Worte in den Mund legt (abgesehen davon, dass die reale geschichtliche Existenz Jesu nicht eindeutig bewiesen ist, ist immer noch fraglich, welche Worte er selbst ausgesprochen hatte und welche hinzugedichtet wurden), ist also der Überzeugung, dass die Realität durch den Glauben, sprich die Vorstellungskraft, manipuliert werden kann.

Das ist nun aber nicht etwa etwas Neues oder Außergewöhnliches, denn zu allen Zeiten gab es immer schon Menschen, die von der Überlegenheit des Geistes über die Materie überzeugt waren und alle magischen System gehen sowieso davon aus. Aber nicht nur in Religion und Magie finden wir diese Überzeugung, sondern es haben sich auch etliche Philosophen mit diesem Gedanken befasst. Voraussetzung dafür ist aber, dass Geist, bzw. Bewußtsein tatsächlich eine eigenständige Existenz besitzt und nicht nur ein Produkt der materiellen Welt darstellt.

Materialistisch denkende Realisten lehnen ja das Konzept eines Bewusstseins ab. Für solche Menschen ist das lediglich ein (wenn auch sehr komplexes) Zusammenspiel der Gehirnzellen. Pauwels und Bergier schreiben darüber in ihrem Buch "Aufbruch ins dritte Jahrtausend":

"Auch die Biologie hatte ihre Arbeit abgeschlossen. Claude Bernard hatte ihre Möglichkeiten erschöpft, und man war zu dem Ergebnis gekommen, daß das Gehirn den Gedanken absondert wie die Leber die Gallenflüssigkeit."

Oder wie der Mediziner Rudolf Virchow (1821 bis 1902) meinte: "Ich habe so viele Leichen seziert und nie eine Seele gefunden."

Solche Menschen erkennen grundsätzlich nur das an, was sie im wörtlichen Sinne begreifen können, nur das, was mess- und mathematisierbar ist.

Für die Kirche kommt allein dem Menschen eine Seele zu, die von Gott stammt (Gott bläst dem - männlichen - Menschen den Atem des Lebens ein), es gab sogar eine Zeit, da ernsthaft bezweifelt wurde, ob auch Frauen eine Seele haben. Nach christlicher Auffassung ist die Natur, die dem Menschen von Gott zu seinem auschließlichen Nutzen zur Verfügung gestellt wurde ("Macht euch die Erde untertan" - ganz boshaft könnte man auch sagen, hier wurde schon der Keim für den Raubbau an den natürlichen Ressourcen gelegt) seelenlos, ja darüber hinaus gab es Zeiten, da die Natur grundsätzlich als böse und der Satan als ihr Herr angesehen wurden.

Wie schon oben erwähnt, wurde Frauen eine Seele abgesprochen, da sie als eine Inkarnation der Natur die Gefäße des Teufels waren, einzig und allein nur dazu da, den Mann vom rechten Glauben abzubringen und manche Theologen versuchten tatsächlich das lateinische Wort "femina" für Frau von den Worten "fes" (Glauben) und "minus" (weniger) - also "weniger gläubig" - abzuleiten.

Trotz dieser Vorstellung einer unbeseelten, mechanistischen Natur (diese Weltsicht war mit verantwortlich, warum z.B. Biologen sich keinerlei Gedanken machten, wenn sie Tiere bei lebendigem Leib aufschnitten, um herauszufinden, wie sie "funktionierten", es waren ja letztendlich nur Maschinen!), ist die Welt insgesamt dennoch von Geistwesen bevölkert. Allerdings halten sich diese Wesen in jenseitigen Bereichen auf, sind aber fähig - mit Gottes Erlaubnis - sich in die materielle Welt zu inkarnieren. Wobei feinsäuberlich zwischen den guten Geistern, den Engeln, und den bösen, den Teufeln und Dämonen, unterschieden wird.

Es gibt aber auch noch eine andere Auffassung. Danach ist grundsätzlich alles beseelt und schon jedes Elementarteilchen trägt den Keim des Bewusstseins in sich. Der Unterschied zwischen einem Stein und einem Menschen ist also nur quantitativ. Dies wurde vor allem von den alten Naturreligionen vertreten und wird heute wieder von den neopaganistischen Bewegungen aufgegriffen. Für den Christen steht Gott absolut an der Spitze, er hat alles Kraft seines Willens aus der Nichts erschaffen.

In der Naturreligion sieht die Sache etwas anders aus. Gott, bzw. die Götter haben die Welt durch Umformung bereits vorhandenen Materials aufgebaut. Und sie stehen nicht an oberster Stelle, sondern sind - ebenso wie Menschen, Tiere usw. ein Teil eines allumfassenden, miteinander verbundenen Netzwerks innerhalb der Natur, die personifiziert als Große Göttin, bzw. abstrahiert als Schicksal (lat. fatum) als allumfassende Entität, als das absolut Unendliche, jenseits des Begreifbaren - sowohl für Menschen, als auch für Götter - liegt.

Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung, der bekanntlich esoterischen Gedankengängen gegenüber aufgeschlossen war, hat solche Vorstellungen verarbeitet. Wenn er vom kollektiven Unbewussten spricht, so ist das nichts anderes als ein mentales Netzwerk aus Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Erfahrungen der gesamten Menschheit, das sowohl Zeit und Raum überwindet. Man könnte es auch als eine riesige Datenbank (Akasha-Chronik) beschreiben.

Und wenn man sich die Vorstellung zu eigen macht, dass grundsätzlich alles beseelt ist. kann man sich durchaus denken, dass dieses Netz auch die Erfahrungen der nichtmenschlichen Welt beinhaltet. In dem kollektiven Unbewussten Jungs sind besondere zentrale Erfahrungen der Menscheit, die über die Grenzen der Kulturen hinweggehen, abgespeichert. Diese Erfahrungen sind verdichtet, fokussiert und manifestieren sich als personifizierte Erscheinungen. Jung nennt das Archetypen.

All die unterschiedlichen Wesen unserer Mythologie und des Volksglaubens, die ja letztendlich auf wenige Grundtypen zurückgehen, sind nur verschiedene Ausprägungen dieser Archetypen. Und auch die Ufos und Aliens unserer Tage entstammen diesem Bereich. Dass es zwischen uns und den Ufos, bzw. Aliens einen kausalen Zusammenhang gibt, beweist die Tatsache, dass Sichtungen und Begegnungen nichts Neues sind, sondern schon seit Anbeginn der menschlichen Geschichte stattfinden. Immer wieder passen sich diese Erscheinungen dem jeweiligen Weltbild an (oder wir passen sie uns an?), und was in der Antike fliegende Schilde und Altäre, später dann Schiffe in der Luft waren, sind heute eben vermeintliche Raumschiffe von anderen Planeten.

Es sind natürlich früher keine realen Schilde über den Himmel geflogen und es sind keine wirkliche Schiffe am Firmament gesegelt, genauso wenig wie heutzutage fremde Raumschiffe auf der Erde landen. All das sind nur unterschiedliche Formen einer Erscheinung, die entweder aus einem uns überlegenen, für uns unzugänglichen Bereich stammen, oder aber - wie ich immer mehr glaube - auf irgendeine noch unbekannte Art unmittelbar mit unserer eigenen Psyche zusammmenhängen und somit unsere ureigenen Schöpfungen sind.

Ich denke, wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie Goethes Zauberlehrling - und die Dämonen und Geister, die wir gerufen haben, sind uns längst über den Kopf gewachsen. Ein ziemlich starkes Indiz für diese Annahme ist, dass all diese Erscheinung trotz ihres teilweise absurden und unlogischen Verhaltens uns doch irgendwie seltsam vertraut sind und Aussagen, bzw. Botschaften, die von angeblichen Außerirdischen an Kontaktpersonen vermittelt wurden, noch niemals über den gegenwärtigen Kenntnisstand hinausgingen.

Sind nun all die Götter, Dämonen und Ufos nur Einbildungen ohne reale Existenz? Sind es nur Hirngespinste naiver Zeitgenossen, nur Selbsttäuschungen? Nein, sie sind durchaus real, aber sie leben dadurch, dass wir an sie glauben. Man könnte sagen, die Wirklichkeit ist das, wovon wir alle fest überzeugt sind, dass es die Wirklichkeit ist, ein unerschütterlicher kollektiver Glaube.

Und welche der Möglichkeiten trifft zu, haben uns die Götter erschaffen oder sind wir ihre Schöpfer? Wahrscheinlich besteht eine unauflösbare wechselseitige Verbundenheit. Man könnte die Natur, oder besser gesagt die Realität als die Summe all dessen auffassen, was jemals existiert hat oder existieren wird oder auch existieren könnte, eine alle Vorstellungen übertreffende ewige, unendliche Entität jenseits aller Dimensionen, die in einem über alle Maßen gehenden Schöpfungsprozess alles aus sich selber hervorbringt, das Absolute, Gott.

Und wenn das wirklich so ist, dann gäbe es auch nichts Übernatürliches, da die Natur grundsätzlich alles umfaßt, auch alle Simulationen liefen innerhalb dieses unendlichen Netzwerks ab. Vielleicht hat ein altägptischer Spruch die Wahrheit erfasst:

"Das Universum gebiert sich aus sich selbst und das Göttliche ist in allem."

Verlassen wir nun den Bereich der Religion und der Philosophie und wenden uns den "harten" Wissenschaften zu. Die Teleportationsexperimente der letzten Zeit, bei denen die Eigenschaften eines Teilchens auf ein anderes in Nullzeit übertragen wurden, haben gezeigt, dass Teilchen, die einmal mit einander gekoppelt waren, diese gegenseitige Verbundenheit über jegliche Entfernung beibehalten, eine Hypothese, die auf Albert Einstein zurückgeht und die er "spukhafte Fernwirkung" nannte, da er fest daran glaubte, dass diese Vorstellung falsch sei. Eine tatsächliche Überprüfung war zu seiner Zeit technisch nicht möglich, das gelang erst in unseren Tagen und es stellte sich heraus, dass sich Einstein in diesem Punkt geirrt hat.

Die Welt unterhalb der Oberfläche unserer Alltagswahrnehmung ist demnach ein komplexes Gebilde aus miteinander verbundenen, wechselseitig interagierenden Teilen. Und je tiefer wir in die Materie eindringen, desto mehr entpuppt sie sich (wie bereits in meinem ersten Artikel erwähnt) als ein geisterhaftes Reich der Wahrscheinlichkeiten und nähert sich immer mehr dem Konzept eines Gedankens, eines Bewusstseins an, so wie der Astronom James Jeans konstatierte, "dass das Universum weniger einer großen Maschine als vielmehr einem großen Gedanken gleicht".

Vielleicht ist die grundlegende Wirklichkeit allen Seins der Geist und alle materiellen und energetischen Erscheinungsformen sind nur verschiedene Aggregationszustände davon. Und wenn das so ist, dann ist es auch möglich, durch Gedanken (und Glauben) darauf Einfluß zu nehmen. Je größer die Anzahl derer ist, die an die Realität einer bestimmten Sache glauben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich dinglich existiert. Glauben heißt in diesem Fall, absolut von der Selbstverständlichkeit überzeugt zu sein. So schaffen wir uns vielleicht gemeinsam unsere Realität, unsere Götter und Dämonen..

Und haben diese Wesen deshalb über uns Macht, weil wir fest daran glauben, dass sie uns überlegen sind? Besitzen sie genau wegen dieser Überzeugung ihre Macht? Wir sind ein Teil der Realität, der Natur, dieses unendlichen Netzwerkes und nehmen Einfluss auf andere Teile des Netzes und werden wiederum von anderen Teilen beeinflußt. Wir sind sowohl Schöpfer als auch Geschöpfe und der Unterschied zwischen Realität und Simulation löst sich auf der Ebene des Absoluten in Nichts auf..


Quellen:

Jane Roberts - Das Seth-Material
Michael Talbot - Mystik und neue Phsysik
Louise B. Young - Die Selbstschöpfung des Universums
Pauwels/Bergier - Aufbruch ins dritte Jahrtausend
Die Bibel

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